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Internationales Statement

Zum 8. März: Queer-Feministischer Aufruf, um den Genozid in Gaza zu stoppen

Die rechtsextreme israelische Regierung organisiert einen Genozid gegen das palästinensische Volk in Gaza. Mehr als 30’000 Menschen wurden ermordet, darunter mehr als 70% Frauen und Kinder. Nach fünf Monaten des Schreckens verhungern täglich Kinder. Eine Hungersnot, die von Israel organisiert wird, da die israelische Regierung verhindert, dass Container mit Lebensmitteln nach Gaza gelangen.

Diese Gewalt hat nicht am 7. Oktober begonnen, sondern ist die Fortsetzung von mehr als 75 Jahren kolonialer Expansion, die von allen westlichen Regierungen unterstützt wird. Dieses System der kolonialen Ausbeutung ist brutal mit kapitalistischer und patriarchaler Ausbeutung verbunden. In diesem Zusammenhang ist der Kampf um die Geschlechterbefreiung untrennbar mit dem Kampf um die nationale Befreiung Palästinas verbunden. Unser feministisches Engagement konfrontiert uns immer wieder mit den Machtverhältnissen und der systemischen Ausbeutung, die sie mit sich bringen. Unser Kampf gegen das patriarchale System kann nicht geführt werden, ohne andere Unterdrückungssysteme zu bekämpfen.
Aus diesen Gründen rufen wir am 8. März alle queeren und feministischen Aktivisti*nnen dazu auf, dem Aufruf von Queers in Palestine und der palästinensischen Frauenbewegung zu folgen, ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk zu bekräftigen und Sanktionen gegen Israel zu fordern.
Wir rufen dazu auf, die Vision der Jewish Voice for Peace zu unterstützen, dass wir durch Organisierung die Institutionen und Strukturen, die Ungerechtigkeit aufrechterhalten, abbauen können und werden und an ihrer Stelle etwas Freudiges, Schönes und Lebenserhaltendes wachsen lassen.

Schliesslich rufen wir dazu auf, die Kampagne Shut Elbit down zu unterstützen. Elbit ist einer der grössten Lieferanten der israelischen Armee, die nach eigenen Angaben unermüdlich an der Unterstützung der Gaza-Offensive arbeitet und mit der auch die Schweizer Armee Geschäftsbeziehungen unterhält.

Der Kampf gegen patriarchale Gewalt ist international!

Für einen sofortigen Waffenstillstand in Gaza, ein Ende der Blockade und der Kolonisierung Palästinas!

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Aktion Internationales

Solidarität mit Palästina – Ceasefire Now!

Die westlichen Mächte haben geschwiegen als der israelische Staat im Westjordanland ein Apartheidsystem errichtete und geben auch jetzt dem israelischen Staat Rückendeckung bei der Ermordung der palästinensischen Menschen im Gazastreifen und bei der rassistischen Hetze gegen alle Palästinenser*innen!

Solidarität mit den Menschen in Palästina! Ceasefire now!
Gegen Kolonialismus und Apartheid! Gegen Rassismus und Antisemitismus!

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Internationales

Solidarität mit den Frauen, die sich gegen das gewaltsame Verschwindenlassen in Belutschistan wehren

Frauen führen einen massiven Aufstand in Belutschistan an. Am 23. November löste der tragische Tod von Balaach Mola Bakhsh, einem 24-jährigen Mann, der durch die pakistanischen Polizei gewaltsam verschwand, in Belutschistan grosse Empörung aus. Die Protestierenden begannen zu marschieren, wobei sich ihnen auch Frauen anschlossen, die ihre Söhne, Brüder oder Partner auf die gleiche Weise verloren hatten. Sie legten 1 600 km bis zur Hauptstadt Islamabad zurück, um die pakistanischen Behörden herauszufordern und Gerechtigkeit zu verlangen. Ihr Marsch wurde hart unterdrückt, die Polizei stoppte sie mehrmals, verletzte mehrere Personen und nahm Dutzende fest. Doch die Entschlossenheit der Demonstrierenden hat nicht nachgelassen, und ihr Sitzprotest dauert trotz der repressiven Angriffe an.
Patriarchale Gewalt nimmt viele Formen an, je nach Region oder Zeit. In Belutschistan verbinden sich westliche imperialistische Interessen, der pakistanische Kolonialismus und das Patriarchat zu einem blutrünstigen Monster, das die Menschen unterdrückt. Es ist gut bekannt, dass Frauen und Kinder von Konflikten unverhältnismässig stark betroffen sind, da sie durch die Verschärfung von Ungleichheiten stärker von patriarchaler Gewalt betroffen sind und keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen haben.

Doch trotz aller Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind, haben die Belutschinnen nie aufgegeben und akzeptieren nicht, nur als Opfer gesehen zu werden. Sie haben die Aufgabe des Widerstands in ihre eigenen Hände genommen. Sie sind furchtlos und folgen den Schritten von Karima Baloch, die 2016 in Kanada ermordet wurde, wo sie vor den Bedrohungen des pakistanischen Staates floh.


Vereinte Frauen sind eine Bedrohung für den patriarchalen Staat, und die Belutschinnen wie auch andere Frauen in der Region zeigen uns den Weg zu einer Welt frei von Unterdrückung!


Für weitere Informationen über den Widerstand der Frauen in Belutschistan, folgt:
@mahrangbaloch_
@sammideen
@balochwomenforum

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Internationales

Feminizide durch den türkischen Staat

Der Türkische Staat begeht weiter Kriegsverbrechen und bombadiert die Demokratische Selbstverwaltung der Region Nord- und Ostsyrien. Besonders zivile Infrastruktur wie Energieversorgungseinrichtungen sind in den letzten Monaten Ziel der türkischen Luftangriffe, was dazu führt, dass tausende Zivilist*innen ohne Strom, Heizung oder Wasser sind. Gestern wurde auch der Druckereibetrieb Sîmav im Westen von Qamişlo bombadiert, wobei 4 Menschen getötet wurden. Unter ihnen war Bêrîvan Zubêr, die in der Druckerei arbeitete. Immer wieder greift der türkische Staat besonders die Orte an, an denen Frauen sich organisieren und begeht Feminizide! Wir verurteilen diese Angriffe und denken an Bêrîvan und alle anderen Frauen, die aufgrund dieser Menschenrechtsverletzung ihr Leben verlieren. Wir stellen uns gegen diese staatllichen Morde und kämpfen international!

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Feminizid Internationales Statement

Ein gesunder Sohn des Patriarchats

«Er ist kein Monster, er ist ein gesunder Sohn des Patriarchats, der Rape Culture. Feminizide sind Staatsmorde, denn der Staat schützt uns nicht.»


Das sind die Worte der Schwester einer Frau, die am vergangenen Samstag in Italien ermordet worden ist. Sie hat sie den Medien gegenüber geäussert, welche sie über die italienischen Grenzen und auch in die Schweiz getragen haben. Was eine starke und schöne Art, den Namen deiner getöteten Schwester hoch zu halten! Wir sind von ganzem Herzen mit dir und deinen Nächsten.


Noch viel zu oft werden die Menschen, die patriarchale Gewalt ausüben, von den Medien und der Gesellschaft als sympathisch, normal, ruhig, höflich beschrieben… oder als «perfekten Sohn», gemäss dem Vater des Täters von letztem Samstag, in dessen Gehirn «etwas explodiert sein muss.»


Solange die patriarchale Gewalt als etwas Krankes, Anormales, Monströses und diese Taten als aussergewöhnliche und isolierte Vorkommnisse dargestellt werden, scheint es, dass wir nichts dagegen tun können und niemand die Verantwortung trägt. Doch das Gegenteil ist der Fall: Diese Gewalt wird von einem System (dem Patriarchat) und einer Kultur hervorgebracht. Durchbrechen wir dieses System, ändern wir diese Kultur, um diese Gewalt zu stoppen!

Solidarität mit den Angehörigen und Freundinnen von Giulia, Solidarität mit den Angehörigen und Freundinnen aller Opfer von Feminiziden!

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Internationales Selbstverteidigung

Freiheit für Estefano!

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Internationales

Zum Jahrestags des Todes von Jîna Mahsa Amini

Heute ist der Todestag von Jîna Mahsa Amini, einer kurdische Frau, die am 16. September 2022 von der Iranischen Sittenpolizei ermordet wurde, weil sie ihr Kopftuch nicht richtig getragen haben soll. Dieser staatliche Femizid hat zu großen feministischen Protesten in Kurdistan geführt, die sich bald im Iran und auf der ganzen Welt ausbreiteten und immernoch anhalten. Überall im Land sind Frauen, Menschen der LGBTQ-Bewegung und Arbeiter*innen auf die Straße gegangen, um gegen das iranische Regime zu kämpfen, aber vorallem auch gegen sexistische Unterdrückung und für die Selbstbestimmung des eigenen Körpers.


Wir gedenken Jîna und allen FLINTA’s, die durch die diskriminierenden Gesetze des Iranischen Regimes (und auch allen anderen Staaten) ermordet wurden!


In unserem Kampf lebt ihr weiter!
ژن، ژیان، ئازادی
Jin, Jiyan, Azadî

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Internationales

Co-Präsidentin des Kantons Qamishlo in Rojava bei türkischem Drohnenangriff getötet

Yusra Darwish wurde 1972 im Nordosten Syriens geboren. Sie studierte französische Literatur, brach ihr Studium jedoch 2012 ab, um sich der Revolution anzuschließen. Sie arbeitete als Kurdischlehrerin, bevor sie zur Ko-Vorsitzenden des Rates des Kantons Qamishlo gewählt wurde. Sie widmete ihr Leben dem Aufbau einer demokratischen Gesellschaft, die auf der Befreiung der Frauen basiert. Zwei weitere Genossinnen, Leman Shweish und Fırat Tuma, verloren bei dem Angriff ebenfalls ihr Leben.

In den letzten Jahren hat das Erdogan-Regime eine regelrechte Feminizid-Politik betrieben, insbesondere mit gezielten Tötungen von Frauen, die in der autonomen Verwaltung Nord- und Ostsyriens (Rojava) wichtige Rollen innehatten. Die kurdische Frauenbewegung analysiert dies als politischen Willen der türkischen Regierung, die Frauen als politische, soziale und ethische Einheit zu töten. Auch in der Türkei ist die Zahl der Feminizide seit dem Rückzug der Türkei aus der Istanbul-Konvention dramatisch angestiegen. Erdogan führt auch eine regelrechte Hasskampagne durch, die sich gegen LGBTQI+-Personen richtet.

Die Frauenschutzeinheiten (YPJ) rufen zur Selbstorganisation gegenüber allen Einheiten auf, die sich an dieselbe patriarchale, kapitalistische und imperialistische Philosophie halten. «Wir müssen Widerstand leisten und kämpfen, denn die Nationalstaaten und unterdrückerischen Mächte, die diesen Krieg begonnen haben, werden nicht von selbst aufhören. Es ist notwendig, dass wir Frauen kämpfen, denn in ihrem Krieg gegen uns zielen sie darauf ab, die Werte einer demokratischen und ökologischen Gesellschaft zu zerstören.»

Der beste Weg, Yusra Darwish zu gedenken, ist, diesem Aufruf zu folgen und Widerstandsnetze überall auf der Welt zu weben.

Jin Jiyan Azadi
Ni una menos
Şehid namirin
Riseup4Rojava

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Internationales

Internationale feministische Solidarität

Direkte Unterstützung für die Erdbebenopfer in Kurdistan


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Internationales

Gerechtigkeit für Jîna Mahsa Amîni

Solidaritätskundgebung mit den Protesten im Iran und im Kurdistan

In Gedenken an J’ina Mahsa Amîni und in Solidarität mit den Protesten im Iran und Kurdistan fand am 27. September 2022 am Bahnhofsplatz Bern eine Kundgebung statt. Jîna Mahsa Amînî wurde am 13. September 2022 von der sogenannten Sittenpolizei im Iran verhaftet. Grund dafür: Sie habe ihr Kopftuch unangemessen getragen und ihre Haare nicht vollständig bedeckt. Nach nur zwei Stunden in Haft wurde sie von der Sittenpolizei verprügelt, fiel ins Koma und starb einige Tage später am 16. September an ihren Verletzungen. Während die Polizei und der iranische Staat bestreiten, physische Gewalt ausgeübt zu haben, widersprechen verschiedene Zeug*innen diesen Aussagen und berichten von Gewalt während der Verhaftung, sowie auf dem Polizeirevier. Jîna Mahsa Amînî wurde von der iranischen Polizei umgebracht. Ihr Tod ist die traurige Folge von patriarchaler Gewalt. Ihr Tod ist ein staatlich begangener Feminizid. Weiter ist ihr Tod in Zusammenhang mit ihrer kurdischen Herkunft zu betrachten; Jîna Mahsa Amînî war Kurdin aus der Provinz Ost-Kurdistan im Iran und wie viele andere Kurd*innen auch, muss davon ausgegangen werden, dass auch sie die rassistische Diskriminierung im Alltag erleben musste, welche die kurdische Bevölkerung tagtäglich zu spüren bekommt.

Die Gewalt gegen Jîna Mahsa Amînî ist leider kein Einzelfall, sondern steht repräsentativ für die patriarchalen Strukturen, welche im Iran beispielsweise in Form der «Sittenpolizei» Frauen, feminisierte Menschen und Queers unterdrückt. Die sogenannte Sittenpolizei überwacht die weibliche / feminisierte Bevölkerung und beurteilt unter anderem, wie lang der Mantel ist, welcher getragen wird, ob das Gesicht zu stark geschminkt ist oder die Kleidung zu bunt / enganliegend ist. Es existieren diverse Berichte darüber, wie die Einsatzkräfte der Sittenpolizei durch körperliche und psychische Gewalt Menschen die patriarchalen Forderungen aufzwingen. Weiter zeigte der Staat gerade kürzlich, wie er mit Menschen verfahrt, welche sich gegen diese unterdrückende Machtstrukturen zur Wehr setzen: Vor einigen Tagen wurden die lesbischen Aktivistinnen Elham Choubdar (24) und Zahra Sedighi Hamedani (31) zur Todesstrafe verurteilt. Hamedani und Chubdar wurden wegen «Verbreitung von Korruption auf der Erde» verurteilt – eine Anklage, auf die die Todesstrafe steht und die häufig gegen Angeklagte verhängt wird, die gegen die Scharia-Gesetze des Landes verstoßen haben. Der Tod von Jîna und die Verurteilung von Elham und Zahra sind nur zwei Beispiele der allgegenwärtigen patriarchalen Machtpolitik von Staaten gegen Frauen, feminisierte Menschen, Queers, und ihre Körper!

Jîna Mahsa Amînî Tod führte zu zahlreichen Demonstrationen und offenem Widerstand gegen das Regime von Ebrahim Raisi im Iran und Kurdistan. Tausende protestieren auf der Strasse, verbrennen ihre Kopftücher, zünden Polizeireviere an und legen ihre Arbeit nieder. Der iranische Staat antwortete auf diese Massenproteste mit enormer Brutalität: Laut einer kurdischen Menschenrechtsorganisation sind in Kurdistan während der Proteste mindestens acht Menschen getötet, über 400 verletzt und über 500 verhaftet worden [Stand 21.9.22]. Doch die Aufstände sind ein Beispiel dafür, welche Kraft unterdrückte Menschen erreichen, wenn sie sich zusammenschliessen und kollektiv Widerstand leisten.

Auch wir sind heute hier, um unsere Wut, Trauer und Betroffenheit über den Tod von Jîna Mahsa Amînî auszudrücken. Unsere Solidarität gilt den mutigen Frauen und Queers, die gegen patriarchale Normen rebellieren. Unsere Gedanken sind bei allen aufgrund von patriarchaler und rassistischer Gewalt ermordeten Menschen und ihren Angehörigen. Unsere Solidarität gilt den von Repression betroffenen Demonstrierenden im Iran, sowie allen unterdrückten Gemeinschaften und Geschlechter.

Wir erinnern uns daran, dass auch in der Schweiz patriarchale Gewalt Alltag ist und jede zweite Woche eine Frau, eine non-binäre, trans oder agender Person umgebracht wird. Auch in der Schweiz übt der Staat und die Polizei jeden Tag systematische Gewalt gegen Frauen, non-binäre Menschen, trans Personen, queere Menschen und People of Color aus. Auch in der Schweiz führt Polizeigewalt zur Ermordung von rassistisch diskriminierten Menschen. Auch in der Schweiz sind die Rechte der kurdischen Bevölkerung nicht geschützt, stattdessen finanziert schweizerisches Geld den Angriffskrieg der Türkei gegen die selbstverwaltete kurdische Region Rojava.

Der Tod von Jîna Mahsa Amînî betrifft uns alle. Er ist Teil eines patriarchalen Krieges gegen Frauen, feminisierte Menschen und Queers. Wir fordern Gerechtigkeit für Jîna Mahsa Amînî und alle weiteren von Polizeigewalt und patriarchaler Gewalt ermordeten Geschwister. Wir fordern körperliche Selbstbestimmung für alle Menschen. Wir fordern Freiheit für alle unterdrückten Frauen, Lesben, non-binären, trans, inter und agender Personen im Iran, aber auch in allen anderen Länder dieser Welt. Wir fordern Gerechtigkeit für die verfolgte und bekriegte kurdische Gemeinschaft. Für eine solidarische, internationalistische Antwort auf den Angriff von Staat, Patriarchat und Kapitalismus auf die Körper von Frauen, feminisierten Personen und Queers!
Rest in Power Jîna Mahsa Amînî

Jin Jîyan Azadî – Frauen, Leben, Freiheit