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Feminizid

6. und 7. Feminizide im Jahr 2026

Am 16. April wurden in Urnäsch (AR) zwei Frauen getötet. Zwei Frauen wurden in einer Wohnung in Urnäsch mit einem Messer getötet. Eine der beiden Frauen war die Mieterin der Wohnung; sie war 48 Jahre alt. Über die zweite Frau ist nichts bekannt, ausser dass sie zu Besuch dort war. Ein 7-jähriges Mädchen wurde ebenfalls verletzt aufgefunden, ebenso der 23-jährige mutmassliche Täter, der der Polizei schon bekannt war.

Die überlebenden Kinder werden oft vergessen, wenn von Feminiziden die Rede ist. Dabei betrifft diese Situation jedes Jahr mehrere Dutzend Kinder in der Schweiz. Kinder, die mit dem Feminizid ihrer Mutter und oft auch dem Selbstmord des Vaters oder dessen Inhaftierung und den damit verbundenen Besuchen im Gefängnis fertig werden müssen.

Wir laden euch ein, euch das Video von Kylian vom Verein Mél anzusehen, der über seine Erfahrungen spricht (auf französisch). Er hat den Feminizid an seiner Mutter erlebt und kämpft jeden Tag dafür, seine Lebensgeschichte in eine Kraft zu verwandeln, um Frauen und Kindern in seinem Umfeld zu helfen und weitere Feminizide zu verhindern.
Feminizide sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, die es Männern erlaubt, Frauen und queere Menschen zu dominieren. Diese Dominanz nimmt Formen an, die manchmal als banal angesehen werden, wie zum Beispiel die Kontrolle darüber, wie sich die Partnerin kleidet oder mit wem sie ausgeht, sie zu diskreditieren oder herabzuwürdigen. Der Kampf gegen patriarchale Gewalt betrifft uns alle! Nur durch einen gemeinsamen Kampf und durch Organisation können wir Dinge verändern und eine solidarische und freie Gesellschaft aufbauen.

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen dieser Frauen. Wir teilen euren Schmerz.