
Am 5. Mai 2026 wurde in Le Lignon (GE) eine Frau getötet
Sie war 67 Jahre alt, hatte ein erfülltes Leben und noch viele schöne Jahre vor sich. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen, die sie liebten. Wir trauern mit ihnen und können uns nur vorstellen, welchen Schock und welches Leid sie empfinden müssen.
Eine Nachbarin alarmierte die Polizei, da sie sich Sorgen machte, weil sie die Frau nicht mehr sah. Wochenlang erhielten die Angehörigen keine Nachricht von der Staatsanwaltschaft. Einige wurden nicht einmal befragt. Dies ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die Frauen die Frauen und queere Menschen zutiefst hasst.
In der Schweiz sind die meisten Morde Feminizide. Es handelt sich um Massenmorde, die dringende Massnahmen erfordern und die nur durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen gestoppt werden können.
Ein Feminizid ist der Mord an einer Frau oder einer als Frau angesehenen Person aufgrund ihres Geschlechts. Feminizide sind Besitzverbrechen. In der Regel (aber nicht ausschliesslich) ist es der Partner oder Ex-Partner, der tötet, da er der Ansicht ist, dass seine Frau ihm gehört – und damit auch ihr Leben. Dies geschieht in der Schweiz alle zwei Wochen, in völliger Stille.
Man spricht von Totschlag, Familiendrama oder Verbrechen aus Leidenschaft, was dazu beiträgt, diesen Verbrechen einen Ausnahmecharakter zu verleihen, obwohl sie doppelt so häufig vorkommen wie die Zahlung eines Netflix-Abonnements.
Der Aufstieg der extremen Rechten und des Maskulinismus in der Schweiz bereitet uns besondere Sorge. Frauen und genderqueere Menschen sind die ersten, die unter diesen Regimes leiden. Mehr denn je müssen wir uns zusammenschliessen, um gegen Gewalt jeglicher Art zu kämpfen.

