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Aktion Feminizid

Transparent in Bern zum Gedenken an die ermordete Frau

Heute haben wir ein Transparent im Quartier aufgehängt, wo die getötete Frau letzte Woche gefunden wurde.
Wir schicken den Angehörigen und Freund*innen der Verstorbenen ganz viel Kraft!

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Feminizid

15. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Am 26. Juni 2026 wurde in der Stadt Bern eine Frau getötet.
Sie wurde 20 Jahre alt und wurde am frühen Freitagmorgen in der Morillonstrasse in Bern gefunden. Wir schreiben erst jetzt über ihren Tod, weil nicht von Anfang an klar war, ob es sich um einen Feminizid handelt. Jetzt, wo Klarheit herrscht, sind wir umso wütender und trauriger. Allen, die sie gekannt und geliebt haben, drücken wir unser tiefstes Mitgefühl aus.
In den allermeisten Fällen erfahren wir erst aus den Medien, dass es zu einem Feminizid gekommen ist. Diese Arbeit ist zermürbend, aufreibend, aber absolut notwendig. Wir kennen den Namen unserer 20-jährigen getöteten Schwester noch nicht, aber wir sind froh, dass sie jetzt identifiziert wurde.
Seit Anfang 2026 mussten wir schon über 15 Feminizide berichten. Sie gehen durch alle Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und Kantone. Die einzige Konstante: In der Schweiz ist eine Mehrzahl der gewalttätigen Todesfälle ein Feminizid. Die Täter sind männlich.
Wir trauern einmal mehr und unsere Wut kennt keine Grenzen. Damit kein Opfer dieser Feminizid-Epidemie vergessen geht, nehmt bitte Kontakt mit uns auf, falls ihr eine der Personen gekannt habt. Sie sind keine anonymen Opfer, sie haben einen Namen. Sie hatten eine Geschichte, Träume, ein Leben hinter und vor sich.
Ja, wir trauern um ein 15. Opfer. Aber wir sind auch wütend. Die Dinge müssen und werden sich ändern. Immer mehr Menschen verstehen, dass das Patriarchat abgeschafft werden muss, damit wir endlich in Sicherheit leben können. Im Namen aller Verstorbenen machen wir weiter.

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    12. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 5. Mai 2026 wurde in Le Lignon (GE) eine Frau getötet
    Sie war 67 Jahre alt, hatte ein erfülltes Leben und noch viele schöne Jahre vor sich. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen, die sie liebten. Wir trauern mit ihnen und können uns nur vorstellen, welchen Schock und welches Leid sie empfinden müssen.
    Eine Nachbarin alarmierte die Polizei, da sie sich Sorgen machte, weil sie die Frau nicht mehr sah. Wochenlang erhielten die Angehörigen keine Nachricht von der Staatsanwaltschaft. Einige wurden nicht einmal befragt. Dies ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die Frauen die Frauen und queere Menschen zutiefst hasst.
    In der Schweiz sind die meisten Morde Feminizide. Es handelt sich um Massenmorde, die dringende Massnahmen erfordern und die nur durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen gestoppt werden können.
    Ein Feminizid ist der Mord an einer Frau oder einer als Frau angesehenen Person aufgrund ihres Geschlechts. Feminizide sind Besitzverbrechen. In der Regel (aber nicht ausschliesslich) ist es der Partner oder Ex-Partner, der tötet, da er der Ansicht ist, dass seine Frau ihm gehört – und damit auch ihr Leben. Dies geschieht in der Schweiz alle zwei Wochen, in völliger Stille.
    Man spricht von Totschlag, Familiendrama oder Verbrechen aus Leidenschaft, was dazu beiträgt, diesen Verbrechen einen Ausnahmecharakter zu verleihen, obwohl sie doppelt so häufig vorkommen wie die Zahlung eines Netflix-Abonnements.
    Der Aufstieg der extremen Rechten und des Maskulinismus in der Schweiz bereitet uns besondere Sorge. Frauen und genderqueere Menschen sind die ersten, die unter diesen Regimes leiden. Mehr denn je müssen wir uns zusammenschliessen, um gegen Gewalt jeglicher Art zu kämpfen.

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    11. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 12. Mai wurde in Faoug (FR) eine Frau getötet; ihr Ehemann und ihre Mutter wurden schwer verletzt.
    Unsere Gedanken sind bei der trauernden Familie und den Angehörigen. Wir senden euch viel Kraft und unser aufrichtiges Beileid. Es wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um diese Familie zu unterstützen, die bereits vor zwei Jahren ein tragisches Ereignis erlebt hat.
    Wie jedes Mal, wenn wir erfahren, dass in der Schweiz eine Frau von einem Mann getötet wurde, sammeln wir die verfügbaren Informationen, um zu beurteilen, ob es sich um einen Femizid handelt oder nicht. Das ist eine intensive, schwierige Arbeit, die von rein ehrenamtlichen Gruppen geleistet wird, da die staatlichen Institutionen dies vernachlässigen, obwohl sie über alle notwendigen Informationen verfügen – was bei uns nicht der Fall ist. Eine Arbeit, ohne die niemand wissen würde, dass in der Schweiz die Mehrheit der Morde Femizide sind. Dass Feminizide Massenmorde sind, die dringende Massnahmen erfordern und die nur durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen gestoppt werden können. Ein Feminizid ist die Tötung einer Frau oder einer als Frau angesehenen Person aufgrund ihres Geschlechts. Unsere Erfahrung zeigt uns, dass fast alle Morde an Frauen in der Schweiz, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Femizide sind. Auch den Fall des Mordes in Faoug zählen wir als Feminizid, obwohl er nicht offensichtlich erscheint. Die Frau starb als Mutter, ermordet durch ihren eigenen Sohn. Ob ihr Geschlecht eine zentrale Rolle für die Beweggründe des Täters gespielt haben, wissen wir nicht, aber dennoch wollen wir darauf aufmerksam machen. Der Täter wurde wegen psychischer Störungen in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt und stand unter Beistandschaft. Dieser Mord wirft Fragen an die Schweizer Institutionen und ihre Fähigkeit auf, Menschen mit psychischen Störungen und deren Umfeld zu betreuen. Denn der Abbau des Schweizer Gesundheitssystems betrifft insbesondere den Bereich der psychischen Gesundheit: zu wenig Finanzierung, Personalmangel, fehlende Begleitung und Prävention.
    Je mehr uns der Kapitalismus in seine Kriege und Krisen hineinzieht, desto mehr verschlechtert sich die psychische Gesundheit der Bevölkerung.
    Stress und Angst gehören für die Mehrheit der Menschen in der Schweiz zum Alltag.
    Wir können uns nicht auf Politiker*innen, Institutionen oder irgendeine andere Instanz verlassen, um die Situation zu verbessern. Nur durch Kampf und kollektive Organisation, durch die Schaffung solidarischer Räume können wir eine Gesellschaft aufbauen, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt und in der Lage ist, diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen.

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    10. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Sie war 81 Jahre alt und lebte in einem Pflegezentrum. Wir wissen noch nicht mehr über sie, aber wir hoffen, dass sie ein erfülltes Leben hatte. Wie so viele Frauen hat sie ganz bestimmt viel von sich selbst gegeben, hat sich um andere gekümmert (oder kümmern müssen). Jetzt war sie im Pflegezentrum und hätte die letzten Jahre ihres Lebens geniessen können. Andere Menschen hätten sich um sie gekümmert.

    Unsere Schwester hätte gerettet werden können. Doch die Schweizer Gesellschaft weigert sich immer noch, hinzuschauen. Politik, Instagram-Kommentare, Medien: Immer wieder wird nach Zahlen und mehr Studien gefragt. Reine Rauchpetarden! Wer hinschaut und hinhört, weiss schon lange: Der gefährlichste Ort für Frauen ist in der Schweiz das Zuhause. Männer morden aus Besitzdenken (und der Gedanke, eine Frau könne ohne sie weiterleben, ist ihnen unerträglich), weshalb gerade ältere Frauen in heterosexuellen Beziehungen besonders gefährdet sind.
    In was für einer Gesellschaft leben wir, die zulässt, dass die Hälfte der Bevölkerung täglich um ihr Leben fürchten muss? In der es normalisiert wird, dass Schusswaffen zuhause aufbewahrt werden?
    Der Tod unserer Schwester in Baden war viel zu früh und vermeidbar. Sie hätte es verdient gehabt, friedlich einzuschlafen. Doch ihr Mörder hat ihr nicht einmal das gegönnt, er wollte sogar kontrollieren, wann und wie sie starb. Wir sind traurig und wütend. Unser Mitgefühl geht an all diejenigen, die sie geliebt haben.
    Wir kämpfen weiter! Bis das Patriarchat fällt, bis keine* von uns mehr sterben muss!

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    9. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Sie wurde 51 Jahre alt und hätte noch so viel von ihrem Leben vor sich gehabt. Im Januar 2026 wurde sie als vermisst gemeldet. Jetzt, drei Monate später, wurde ihr Körper gefunden. Auf dem Grundstück, auf dem sie gelebt hatte. Verbuddelt.
    Der mutmassliche Mörder war ihr Partner. Sie hat mit ihm zusammengelebt. Sie musste sterben, weil er es so bestimmte. Dann hat er sie vergraben. Seit Januar mussten ihre Liebsten um sie bangen und niemand konnte um sie trauern. Nicht einmal das hat er ihr zugestanden. Er wurde in Spanien verhaftet.
    Während das Schweizer Parlament darüber debattiert, ob Nationalität und „Kultur“ verantwortlich sind für die patriarchale Gewalt in der Schweiz (Spoiler alert: das Patriarchat ist in der Schweiz genauso stark verankert wie in den meisten Ländern der Welt) ist, betrauern wir eine weitere Schwester.
    Während sich die Schweizer Politik einmal mehr für die Täter interessiert und die Getöteten mit keinem Wort erwähnt, lassen wir nicht zu, dass sie so ein zweites Mal zum Verschwinden gebracht werden. Wir trauern um unsere Schwester, die mit 51 Jahren in Engwang aus dem Leben gerissen wurde. Wir senden ganz viel Kraft und Mitgefühl an ihre Liebsten. Wer ihren Namen kennt, uns etwas über sie erzählen will oder ein Foto hat, darf dies gerne mit uns teilen.
    Wir werden uns an sie erinnern. Wir vergessen sie nicht. In ihrem Namen und im Namen aller unserer Geschwister, die durch Feminizide aus dem Leben gerissen wurden, geben wir nicht auf, bis alle hinschauen müssen und sich nicht mehr hinter (rassistischen) Vorwänden verstecken können: Das Patriarchat hat in der Schweiz Tradition. Das Patriarchat tötet in der Schweiz.

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    6. und 7. Feminizide im Jahr 2026

    Am 16. April wurden in Urnäsch (AR) zwei Frauen getötet. Zwei Frauen wurden in einer Wohnung in Urnäsch mit einem Messer getötet. Eine der beiden Frauen war die Mieterin der Wohnung; sie war 48 Jahre alt. Über die zweite Frau ist nichts bekannt, ausser dass sie zu Besuch dort war. Ein 7-jähriges Mädchen wurde ebenfalls verletzt aufgefunden, ebenso der 23-jährige mutmassliche Täter, der der Polizei schon bekannt war.

    Die überlebenden Kinder werden oft vergessen, wenn von Feminiziden die Rede ist. Dabei betrifft diese Situation jedes Jahr mehrere Dutzend Kinder in der Schweiz. Kinder, die mit dem Feminizid ihrer Mutter und oft auch dem Selbstmord des Vaters oder dessen Inhaftierung und den damit verbundenen Besuchen im Gefängnis fertig werden müssen.

    Wir laden euch ein, euch das Video von Kylian vom Verein Mél anzusehen, der über seine Erfahrungen spricht (auf französisch). Er hat den Feminizid an seiner Mutter erlebt und kämpft jeden Tag dafür, seine Lebensgeschichte in eine Kraft zu verwandeln, um Frauen und Kindern in seinem Umfeld zu helfen und weitere Feminizide zu verhindern.
    Feminizide sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, die es Männern erlaubt, Frauen und queere Menschen zu dominieren. Diese Dominanz nimmt Formen an, die manchmal als banal angesehen werden, wie zum Beispiel die Kontrolle darüber, wie sich die Partnerin kleidet oder mit wem sie ausgeht, sie zu diskreditieren oder herabzuwürdigen. Der Kampf gegen patriarchale Gewalt betrifft uns alle! Nur durch einen gemeinsamen Kampf und durch Organisation können wir Dinge verändern und eine solidarische und freie Gesellschaft aufbauen.

    Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen dieser Frauen. Wir teilen euren Schmerz.

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    Ni Una Menos Basel Veranstaltung

    19.April: 5 Jahre Ni Una Menos Basel!

    5 Jahre Widerstand! 5 Jahre Ni Una Menos Basel!

    Nun trauern und kämpfen wir bereits seit 5 Jahren als Ni Una Menos Basel gegen Feminizide und patriarchale Gewalt. Neben der Organisation und Durchführung von Gedenkprotesten, Demonstrationen und Bildungsveranstaltungen haben wir in den letzten 2 Jahren auch an einer Broschüre gearbeitet. Diese Broschüre, welche in Zusammenarbeit mit vielen anderen Personen und Kollektiven entstanden ist, wollen wir nun mit euch gemeinsam einweihen. Deshalb laden wir euch am 19.4.26 herzlichst zu unserer Jubiläumsfeier und Broschürenpräsentation auf dem Ni Una Menos-Platz ein. Kommt und feiert mit uns, lernt mit uns, trauert mit uns, seid wütend mit uns, organisiert euch mit uns, nehmt Raum ein mit uns, esst mit uns, trinkt mit uns, tanzt mit uns und singt mit uns.

    📆Sonntag, 19.4.26
    🕖Ab 14:00
    📍Ni Una Menos-Platz (ehemals Marktplatz)

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    Feminizid

    5. Feminizid in der Scheiz im Jahr 2026

    5. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026: Am 6. Februar wurde in Staufen (AG) eine Frau getötet.
    Am 6. Februar wurden eine Frau und ein Mann in ihrer Wohnung in Staufen im Kanton Aargau tot aufgefunden. Sie waren etwa 70 Jahre alt. Die Polizei schliesst ein Fremdverschulden aus und spricht von einem erweiterten Suizid. Wir kennen dieses Szenario nur zu gut. Wir werden wahrscheinlich wieder einmal keine weiteren Informationen über diesen mutmasslichen Femizid erhalten.
    Wir wurden heute von unserer Community darüber informiert. Das war uns entgangen. Wir danken der Person, die uns diese Information mitgeteilt hat.

      Diese Umstände zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, Femizide zu erfassen (Zählung, Umstände usw.), was wir seit langem fordern, was uns aber von den Behörden verweigert wird.
      Darüber hinaus verdeutlichen diese Umstände auch die Notwendigkeit eines starken gemeinschaftlichen Engagements gegen diese Gewalt und die Bedeutung der Erfassungsarbeit. Jeder und jede kann zum Kampf gegen Feminizide beitragen. Es ist wichtig, zu handeln!

      Lasst euch nicht von Verzweiflung überwältigen, schliesst euch uns an, denn gemeinsam können wir für den Aufbau einer feministischen und solidarischen Gesellschaft kämpfen.

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      Feminizid

      4. Feminizide in der Schweiz im Jahr 2026

      Am 13. Februar wurde in Gnosca (TI) eine Frau getötet
      Einmal mehr erfahren wir, dass eine Person aufgrund ihres Geschlechts aus dem Leben gerissen wurde.
      Wir führen weiterhin eine Liste unserer Toten, denn wir sind ihnen diese Erinnerung schuldig. Eine Erinnerung, die Polizei und Justiz zu verhindern versuchen, indem sie sich weigern, die Feminizide beim Namen zu nennen.
      An alle, die diesen Beitrag mit traurigem und wütendem Herzen lesen: Ihr seid nicht allein! Lasst euch nicht von der Verzweiflung überwältigen, schliesst euch uns an, denn gemeinsam können wir für den Aufbau einer feministischen und solidarischen Gesellschaft kämpfen.
      An alle Männer, die sich anschicken, in paternalistischem Ton zu kommentieren, dass wir keinen Beweis dafür haben, dass es sich um einen Feminizid handelt: Wir haben fast nie Beweise dafür, dass es sich um einen Feminizid handelt! Wir beschuldigen niemanden, wir machen nur sichtbar, dass in der Schweiz jedes Jahr Dutzende von Frauen und queeren Menschen aufgrund der patriarchalischen Mentalität getötet werden.
      Feminizide sind kein unabwendbares Schicksal, sie werden dadurch ermöglicht, dass wir als Gesellschaft sexistische Gewalt tolerieren und banalisieren.