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10. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Sie war 81 Jahre alt und lebte in einem Pflegezentrum. Wir wissen noch nicht mehr über sie, aber wir hoffen, dass sie ein erfülltes Leben hatte. Wie so viele Frauen hat sie ganz bestimmt viel von sich selbst gegeben, hat sich um andere gekümmert (oder kümmern müssen). Jetzt war sie im Pflegezentrum und hätte die letzten Jahre ihres Lebens geniessen können. Andere Menschen hätten sich um sie gekümmert.

Unsere Schwester hätte gerettet werden können. Doch die Schweizer Gesellschaft weigert sich immer noch, hinzuschauen. Politik, Instagram-Kommentare, Medien: Immer wieder wird nach Zahlen und mehr Studien gefragt. Reine Rauchpetarden! Wer hinschaut und hinhört, weiss schon lange: Der gefährlichste Ort für Frauen ist in der Schweiz das Zuhause. Männer morden aus Besitzdenken (und der Gedanke, eine Frau könne ohne sie weiterleben, ist ihnen unerträglich), weshalb gerade ältere Frauen in heterosexuellen Beziehungen besonders gefährdet sind.
In was für einer Gesellschaft leben wir, die zulässt, dass die Hälfte der Bevölkerung täglich um ihr Leben fürchten muss? In der es normalisiert wird, dass Schusswaffen zuhause aufbewahrt werden?
Der Tod unserer Schwester in Baden war viel zu früh und vermeidbar. Sie hätte es verdient gehabt, friedlich einzuschlafen. Doch ihr Mörder hat ihr nicht einmal das gegönnt, er wollte sogar kontrollieren, wann und wie sie starb. Wir sind traurig und wütend. Unser Mitgefühl geht an all diejenigen, die sie geliebt haben.
Wir kämpfen weiter! Bis das Patriarchat fällt, bis keine* von uns mehr sterben muss!

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Feminizid

9. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Sie wurde 51 Jahre alt und hätte noch so viel von ihrem Leben vor sich gehabt. Im Januar 2026 wurde sie als vermisst gemeldet. Jetzt, drei Monate später, wurde ihr Körper gefunden. Auf dem Grundstück, auf dem sie gelebt hatte. Verbuddelt.
Der mutmassliche Mörder war ihr Partner. Sie hat mit ihm zusammengelebt. Sie musste sterben, weil er es so bestimmte. Dann hat er sie vergraben. Seit Januar mussten ihre Liebsten um sie bangen und niemand konnte um sie trauern. Nicht einmal das hat er ihr zugestanden. Er wurde in Spanien verhaftet.
Während das Schweizer Parlament darüber debattiert, ob Nationalität und „Kultur“ verantwortlich sind für die patriarchale Gewalt in der Schweiz (Spoiler alert: das Patriarchat ist in der Schweiz genauso stark verankert wie in den meisten Ländern der Welt) ist, betrauern wir eine weitere Schwester.
Während sich die Schweizer Politik einmal mehr für die Täter interessiert und die Getöteten mit keinem Wort erwähnt, lassen wir nicht zu, dass sie so ein zweites Mal zum Verschwinden gebracht werden. Wir trauern um unsere Schwester, die mit 51 Jahren in Engwang aus dem Leben gerissen wurde. Wir senden ganz viel Kraft und Mitgefühl an ihre Liebsten. Wer ihren Namen kennt, uns etwas über sie erzählen will oder ein Foto hat, darf dies gerne mit uns teilen.
Wir werden uns an sie erinnern. Wir vergessen sie nicht. In ihrem Namen und im Namen aller unserer Geschwister, die durch Feminizide aus dem Leben gerissen wurden, geben wir nicht auf, bis alle hinschauen müssen und sich nicht mehr hinter (rassistischen) Vorwänden verstecken können: Das Patriarchat hat in der Schweiz Tradition. Das Patriarchat tötet in der Schweiz.

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Feminizid

6. und 7. Feminizide im Jahr 2026

Am 16. April wurden in Urnäsch (AR) zwei Frauen getötet. Zwei Frauen wurden in einer Wohnung in Urnäsch mit einem Messer getötet. Eine der beiden Frauen war die Mieterin der Wohnung; sie war 48 Jahre alt. Über die zweite Frau ist nichts bekannt, ausser dass sie zu Besuch dort war. Ein 7-jähriges Mädchen wurde ebenfalls verletzt aufgefunden, ebenso der 23-jährige mutmassliche Täter, der der Polizei schon bekannt war.

Die überlebenden Kinder werden oft vergessen, wenn von Feminiziden die Rede ist. Dabei betrifft diese Situation jedes Jahr mehrere Dutzend Kinder in der Schweiz. Kinder, die mit dem Feminizid ihrer Mutter und oft auch dem Selbstmord des Vaters oder dessen Inhaftierung und den damit verbundenen Besuchen im Gefängnis fertig werden müssen.

Wir laden euch ein, euch das Video von Kylian vom Verein Mél anzusehen, der über seine Erfahrungen spricht (auf französisch). Er hat den Feminizid an seiner Mutter erlebt und kämpft jeden Tag dafür, seine Lebensgeschichte in eine Kraft zu verwandeln, um Frauen und Kindern in seinem Umfeld zu helfen und weitere Feminizide zu verhindern.
Feminizide sind ein Spiegelbild unserer Gesellschaft, die es Männern erlaubt, Frauen und queere Menschen zu dominieren. Diese Dominanz nimmt Formen an, die manchmal als banal angesehen werden, wie zum Beispiel die Kontrolle darüber, wie sich die Partnerin kleidet oder mit wem sie ausgeht, sie zu diskreditieren oder herabzuwürdigen. Der Kampf gegen patriarchale Gewalt betrifft uns alle! Nur durch einen gemeinsamen Kampf und durch Organisation können wir Dinge verändern und eine solidarische und freie Gesellschaft aufbauen.

Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen dieser Frauen. Wir teilen euren Schmerz.

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Ni Una Menos Basel Veranstaltung

19.April: 5 Jahre Ni Una Menos Basel!

5 Jahre Widerstand! 5 Jahre Ni Una Menos Basel!

Nun trauern und kämpfen wir bereits seit 5 Jahren als Ni Una Menos Basel gegen Feminizide und patriarchale Gewalt. Neben der Organisation und Durchführung von Gedenkprotesten, Demonstrationen und Bildungsveranstaltungen haben wir in den letzten 2 Jahren auch an einer Broschüre gearbeitet. Diese Broschüre, welche in Zusammenarbeit mit vielen anderen Personen und Kollektiven entstanden ist, wollen wir nun mit euch gemeinsam einweihen. Deshalb laden wir euch am 19.4.26 herzlichst zu unserer Jubiläumsfeier und Broschürenpräsentation auf dem Ni Una Menos-Platz ein. Kommt und feiert mit uns, lernt mit uns, trauert mit uns, seid wütend mit uns, organisiert euch mit uns, nehmt Raum ein mit uns, esst mit uns, trinkt mit uns, tanzt mit uns und singt mit uns.

📆Sonntag, 19.4.26
🕖Ab 14:00
📍Ni Una Menos-Platz (ehemals Marktplatz)

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Feminizid

5. Feminizid in der Scheiz im Jahr 2026

5. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026: Am 6. Februar wurde in Staufen (AG) eine Frau getötet.
Am 6. Februar wurden eine Frau und ein Mann in ihrer Wohnung in Staufen im Kanton Aargau tot aufgefunden. Sie waren etwa 70 Jahre alt. Die Polizei schliesst ein Fremdverschulden aus und spricht von einem erweiterten Suizid. Wir kennen dieses Szenario nur zu gut. Wir werden wahrscheinlich wieder einmal keine weiteren Informationen über diesen mutmasslichen Femizid erhalten.
Wir wurden heute von unserer Community darüber informiert. Das war uns entgangen. Wir danken der Person, die uns diese Information mitgeteilt hat.

    Diese Umstände zeigen einmal mehr, wie wichtig es ist, Femizide zu erfassen (Zählung, Umstände usw.), was wir seit langem fordern, was uns aber von den Behörden verweigert wird.
    Darüber hinaus verdeutlichen diese Umstände auch die Notwendigkeit eines starken gemeinschaftlichen Engagements gegen diese Gewalt und die Bedeutung der Erfassungsarbeit. Jeder und jede kann zum Kampf gegen Feminizide beitragen. Es ist wichtig, zu handeln!

    Lasst euch nicht von Verzweiflung überwältigen, schliesst euch uns an, denn gemeinsam können wir für den Aufbau einer feministischen und solidarischen Gesellschaft kämpfen.

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    4. Feminizide in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 13. Februar wurde in Gnosca (TI) eine Frau getötet
    Einmal mehr erfahren wir, dass eine Person aufgrund ihres Geschlechts aus dem Leben gerissen wurde.
    Wir führen weiterhin eine Liste unserer Toten, denn wir sind ihnen diese Erinnerung schuldig. Eine Erinnerung, die Polizei und Justiz zu verhindern versuchen, indem sie sich weigern, die Feminizide beim Namen zu nennen.
    An alle, die diesen Beitrag mit traurigem und wütendem Herzen lesen: Ihr seid nicht allein! Lasst euch nicht von der Verzweiflung überwältigen, schliesst euch uns an, denn gemeinsam können wir für den Aufbau einer feministischen und solidarischen Gesellschaft kämpfen.
    An alle Männer, die sich anschicken, in paternalistischem Ton zu kommentieren, dass wir keinen Beweis dafür haben, dass es sich um einen Feminizid handelt: Wir haben fast nie Beweise dafür, dass es sich um einen Feminizid handelt! Wir beschuldigen niemanden, wir machen nur sichtbar, dass in der Schweiz jedes Jahr Dutzende von Frauen und queeren Menschen aufgrund der patriarchalischen Mentalität getötet werden.
    Feminizide sind kein unabwendbares Schicksal, sie werden dadurch ermöglicht, dass wir als Gesellschaft sexistische Gewalt tolerieren und banalisieren.

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    3. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Sie wurde 26 Jahre alt. Mehr wissen wir nicht über sie. Was wir hingegen wisse, ist, dass sie gerne weitergelebt hätte. Sie hatte – wie wir alle – Träume, Pläne, Freund:innen, Hoffnungen… Jetzt musste sie sterben, weil ein Mann sich im Recht fühlte, sie zu töten.
    Einmal mehr sehen wir, dass Feminizide kein Alter, keine soziale Klasse, keine Nationalität haben… Das Einzige, was diese tragischen Todesfälle verbindet, ist, dass ein Mann sich das Recht herausnahm, einer Frau oder einer als weiblich angesehenen Frau das Leben zu nehmen – ein direktes Resultat der patriarchalen Kultur, die in der Schweiz herrscht!
    Wir trauen einmal mehr um eine Schwester, die wir nicht haben retten können. Vielleicht hat sie um Hilfe gebeten, hat gegen ihren Peiniger Anzeige erstattet… Die letzten Jahre haben uns in erschreckender Weise klar gemacht, dass das leider nicht ausreicht, um ein Leben zu retten.
    Wir sind mit ganzem Herzen bei den Menschen, die sie gekannt haben. Sie wird stark vermisst werden. Wir werden sie nicht vergessen. Jedes Opfer des Patriarchats ist eines zu viel! Deshalb müssen wir mit all unserer Kraft, all unserer Überzeugung und all unserer Solidarität gegen das Patriarchat kämpfen!

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    2. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Eine Frau wurde in einer Wohnung an der rue Mirasole in Bellinzona schwer verletzt und starb noch vor Ankunft der Ambulanz an ihren Verletzungen. Sie war 41 Jahre alt. Ein 61-jähriger Mann wurde in der gleichen Wohnung in einem schlimmen Zustand gefunden. Ein 24-jähriger Mann wurde festgenommen. Wir wissen momentan nicht mehr über die Frau.

    Die Behörden geben keine weitere Auskunft, aber das Schema lässt an einen weiteren Feminizid denken. In den allermeisten solcher Fälle handelt es sich um einen Feminizid. Die Behörden werden uns vielleicht nie mehr Informationen geben, deshalb sprechen wir von einem Feminizid, bis das Gegenteil bewiesen ist.

    Es ist absolut wichtig, diese Gewalt überall und jederzeit zu benennen. Deshalb schauen wir weiterhin aufmerksam durch die täglichen Schlagzeilen. Jeder Feminizid ist politisch, denn er belegt – wenn das überhaupt noch nötig ist -, das Resultat eines Kontinuums der Gewalt gegen Frauen und als weiblich gelesene Menschen.

    Wir denken fest an die getötete Frau und an ihre Nächsten, an alle, denen sie fehlen wird. Wir senden ihnen all unsere Kraft und wünschen ihnen viel Mut.

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    1. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2026 beginnt unsere diesjährige Statistik, die uns wie immer mit Wut und Trauer erfüllt. Am 24. Januar gegen 4 Uhr morgens wurde eine Frau tot in ihrer Wohnung an der rue Roi-Victor Amé in Carouge (GE) gefunden. Sie starb an den Faustschlägen und Fusstritten ihres 49-jährigen Partners, wird vermutet. Wir wissen bisher nicht mehr.


    Die wie immer mutlosen Medien erwähnen nicht, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Feminizid handelt, der sich wie so oft hinter geschlossenen Türen abgespielt hat. Die Gewalt, die diese Frau erleben musste und die zu ihrem Tod führte, war nicht das Werk eines einzigen Mannes, sondern das Resultat einer patriarchalen Kultur, die tötet!

    Wie gerne würden wir diese Statistik nicht Jahr für Jahr führen müssen. Es dauert aber lange, bis Lösungen getroffen werden, und so lange müssen wir unsere Toten zählen!


    Die Medien und die Politik sprechen von aktiver elektronischer Überwachung, von einer Notfallnummer, etc., aber noch ist nichts geschehen. Wir warten weiterhin darauf, dass Unterstützungsangebote und Schutzhäuser mehr Geld erhalten. Denn ohne massive finanzielle Unterstützung der Opfer dieser Gewalt ist nichts möglich.
    Wir schreiben diese Worte mit Trauer, Wut und Müdigkeit. Wir sagen es immer wieder: Feminizide sind keine Einzeltaten, sondern die Konsequenzen eines patriarchalen Systems.


    Das Patriarchat tötet. Kämpfen wir gemeinsam für eine Welt ohne Patriarchat!

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    Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

    Am 24. Dezember wurde in Buchs (ZH) eine Frau getötet.

    Sie war 71 Jahre alt und stammte aus dem Kosovo. Mehr ist derzeit nicht über sie bekannt. Unsere Gedanken sind bei ihr und ihren Angehörigen, bei all denen, die sie während der Feiertage am Jahresende vermissen werden. Denn patriarchale Gewalt lässt uns keinen Moment zur Ruhe kommen.
    Wir sind wütend, denn dies ist bereits das 29. Leben, das in diesem Jahr durch patriarchale Gewalt ausgelöscht wurde. Statistiken aus Frankreich zeigen, dass mehr als 80 % der Opfer von Feminiziden Anzeige erstattet hatten. Für die Schweiz gibt es keine Zahlen, da wir in Sachen Prävention patriarchaler Gewalt Lichtjahre hinterherhinken. Aber indem wir die Opfer ignorieren und uns weigern, Unterstützungsangebote zu finanzieren, macht sich unser Staat des Massenmords schuldig.
    Wir sind wütend, denn ohne die feministischen Aktivistinnen und die beiden ehrenamtlichen Journalistinnen von stopfemizid wüssten wir nicht einmal, wie viele Feminizide jedes Jahr in der Schweiz begangen werden. Und trotz all dieser Arbeit zur Erfassung von Feminiziden berichteten mehrere Westschweizer Zeitungen (rts, Heidinews, La Liberté) im vergangenen November von 22 Feminiziden, obwohl 28 gemeldet worden waren! 22 Feminizide im November 2025 – diese Zahl erhält man, wenn man chatGPT danach fragt oder die Anzahl der Daten zählt, anstatt die Anzahl der von der Website stopfemizid erfassten Opfer zu zählen. Die Tatsache, dass Journalist*innen sich so wenig um die Zahl der Feminizide kümmern, ist ein Mass für das Interesse, das wir als Gesellschaft diesem Thema entgegenbringen.


    Aber wenn wir uns schon nicht auf unsere Regierung und die Medien verlassen können, können wir uns zumindest auf feministische Gruppen verlassen, die unermüdlich dafür kämpfen, dass wir eines Tages in einer wohlwollenden und diskriminierungsfreien Gesellschaft leben können.