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Feminizid

Feminizide in der Schweiz im Jahr 2024

Sie war 55 Jahre alt und arbeitete als Mitarbeiterin in der Gemeinde Vétroz. Sie befand sich in Scheidung und war mit ihrem neuen Lebensgefährten zusammengezogen.

Ihr Ex-Freund hat sie und ihren Lebensgefährten mit einer Schusswaffe ermordet. Wir sind so traurig und wütend, als wir die Nachricht von diesem zerstörten Schicksal hören.

In der Presse erklärt der Gemeindepräsident seine Überraschung, da der Mörder “weit davon entfernt war, ein Rambo zu sein”. Das ist vielleicht das Schockierendste an Feminiziden, dass es sich nicht um Morde handelt, die von Rambos, Verrückten oder Monstern begangen werden. Es handelt sich um ganz gewöhnliche Männer. Oft hört man, dass nichts auf eine solche Tat hätte hindeuten können. Dennoch sind Feminizide nie isolierte Taten, sondern Teil eines Kontinuums der patriarchalen Gewalt.

Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen unserer Schwester, die in Vétroz ermordet wurde!

Wir werden den Kampf fortsetzen, um eines Tages in einer Gesellschaft zu leben, in der wir nicht mehr alle zwei Wochen um eine ermordetes Geschwister trauern müssen.

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Internationales

Gerechtigkeit für Sonya

Ein Polizist hat in Illinois die schwarze Frau Sonya Massey in ihrer eigenen Wohnung ermordet, nachdem sie den Notruf wegen eines Einbruchs gewählt hatte. Auf den Bodycam-Aufnahmen ist zu sehen, dass für die Polizisten keinerlei Gefahr bestand. Die Schüsse, die Sonya töteten, fielen, als sie bereits auf dem Boden kniete. Ungefähr tausend Menschen sterben pro Jahr in den USA aufgrund von Polizeigewalt. 30-40 % der getöteten sind schwarze Menschen, außerdem trifft die Gewalt fast immer Menschen, die in Armut leben.

Der Mord an Sonya Massey ist kein Einzelfall. Es ist ein staatlicher Feminizid und ein rassistscher Polizeimord. Schwarze und indigene Menschen leben nicht nur in den USA unter einer systematischen Ungleichheit seit der Kolonialisierung. Indigene Frauen sind laut Statistiken besonders gefährdet von Feminiziden und die Täter bleiben ungestraft, die Morde unsichtbar. Die Ursachen der Gewalt sind auch eng verbunden mit den Institutionen des Staates. Nicht wenige Feminizide werden von Polizisten begannen, häufig mit ihren Dienstwaffen. Gerade in den USA, wo die “Rassentrennung” erst 1964 aufgehoben wurde, ist der Rassismus und das koloniale Denken tief verwurzelt in den staatlichen Strukturen.

In Argentinien sind ca 13 % der Feminizide, die jeden Tag passieren, Morde durch Polizisten. Darum richtet sich der Protest von Angehörigen und Aktivist*innen auch häufig gegen Polizeigewalt. Oft sind die Täter bereits bekannt, werden von Partnerinnen angezeigt. Doch es passiert nichts, es gibt keine Strafen für die Täter, weitere Gewalttaten werden nicht verhindert. Das System ist zutiefst gewaltvoll und patriarchal und insbesondere schwarze und indigene Frauen und Queers sind in diesem System nicht schützenswert.

Weltweit kämpfen die Betroffenen von patriarchaler Gewalt gemeinsam um ihr Leben und um eine bessere Welt!
Wir fordern Gerechtigkeit für Sonya Massey!

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Feminizid

Feminizide an trans Frauen und Sexarbeiterinnen sind unsichtbar

Mit Wut haben wir von dem Fall einer trans Sexarbeiterin gelesen, die 2022 in Vevey bei einem Kunden gestorben ist, der beschuldigt wurde, sie sterben zu lassen, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Derzeit findet ihr Prozess statt. Der Mann wollte sie nicht bezahlen und griff sie an. Er ließ sie einfach auf dem Boden liegen und ignorierte ihre Hilfeschreie. Scheinbar hatte sie einen Herzfehler, weshalb sie schließlich in seiner Wohnung starb. Er schaute einfach zu. Für uns ist klar, dass es sich um einen Feminizid handelt. Es bestürzt uns und macht uns zutiefst traurig, was sie durchmachen musste. Sexarbeiterinnen sind einer besonderen Gefahr ausgeliefert. Ihre Arbeit ist häufig illegalisiert und daher ist es für sie besonders schwer, Hilfe zu finden. In vielen Ländern ist der Arbeitsmarkt für trans Menschen schwer oder gar nicht zugänglich. Es ist wahrscheinlicher für trans Menschen in einem prekären Arbeitsverhältnis zu landen. In Brasilien zum Beispiel arbeiten oder arbeiteten laut ANTRA (Associação Nacional de Travestis e Transexuais) 90 Prozent der trans Bevölkerung als Sexarbeiterinnen. Laut einer Studie von ANTRA wurden 2020 175 trans Menschen in Brasilien ermordet, 65% der Opfer verdienten ihren Lebensunterhalt mit Sexarbeit. 71 % von ihnen starben in offiziellen Einrichtungen. Die Gewalt hängt zusammen! Trans Frauen werden nicht ausschließlich aufgrund ihrer Identität als Frau angegriffen, sondern auch deshalb, weil ihre Identität allgemein nicht anerkannt wird. Feminizide an trans Frauen sind oft schlechter dokumentiert, sie sind unsichtbar für die Gesellschaft. Wir wollen die Gewalt sichtbar machen! Wir trauern um unsere Schwester und wir stehen in Solidarität mit allen von patriarchaler Gewalt betroffenen Menschen. Gegen patriarchale Gewalt kämpfen wir gemeinsam!

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Feminizid

Feminizide machen keine Ferien

Wir betrauern ein weiteres Opfer patriarchaler Gewalt: Am letzten Samstag, dem 6. Juli 2024, wurde in Sursee (LU) eine 57-jährige Frau getötet von ihrem Lebenspartner getötet. Unsere Gedanken sind bei ihren Freund*innen und Angehörigen, wir wünschen ihnen viel Kraft und Mut.
Der Tod der 57-jährigen Frau, deren Namen wir leider noch nicht kennen, erfolgte nach einer etwas längeren Zeit, während der erfreulicherweise kein Feminizid mehr verübt wurde. Wir kennen die genauen Umstände des Feminizids in Sursee nicht und werden sie vielleicht nie kennen – das in der Schweiz sehr ausgeprägte Bedürfnis zum Schutz der Privatsphäre führt dazu, dass wir in der Regel nicht einmal den Namen oder das Gesicht der getöteten Person kennen.
Was wir jedoch wissen ist, wie gefährlich die Ferienzeit für Personen ist, die patriarchale Gewalt erleben. Diese scheinbar stressfreie Zeit ist leider für viele Menschen ein Moment, bei dem der Gewalt ausübenden Person nicht mehr ausgewichen werden kann. In die Ferien zu fahren, Ferien zu planen oder – im Falle einer Trennung – gemeinsamen Ferien nachzutrauern lässt viele Gewaltsituationen eskalieren. Warme Temperaturen und grosse Sportanlässe sind ebenfalls Risikofaktoren.
Wir werden vermutlich nie wissen, ob der Feminizid in Sursee hätte verhindert werden können. Wir wissen aber mit Bestimmtheit, dass weitere Feminizide keine Fatalität sind! Schaut hin und schaut zueinander, wenn in eurer Nachbarschaft oder eurem Umfeld patriarchale Gewalt stattfindet. Sucht Hilfe, wenn ihr selber betroffen seid oder etwas beobachtet. Meldet euch bei uns, falls ihr Adressen von Anlaufstellen und Unterstützung braucht.
Mit Solidarität und gemeinsamem entschlossenem Handeln entwurzeln wir das Patriarchat und seine Gewalt!

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Internationales

Freiheit für Maja und alle Antifaschist*Innen!

Maja ist eine antifaschistischer Aktivist*in, die angeklagt ist, an einer antifaschistischen Aktion in Budapest teilgenommen zu haben. Die Aktion richtete sich gegen Nazis, die sich jedes Jahr im Februar in Ungarn treffen, um der SS zu gedenken. Die deutsche Regierung hat Maja nun entgegen der Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht an Ungarn ausgeliefert, wo Maja eine langjährige Haftstrafe unter schlimmen Haftbedingungen droht.

Feministische Selbstverteidigung bedeutet auch, uns zu mobilisieren, um den Aufstieg des Faschismus in Europa zu verhindern, der die Existenz von Queers, Migrantinnen und Aktivistinnen für soziale Gerechtigkeit bedroht. Während die deutsche Regierung antifaschistische Aktivist*innen verfolgt, organisieren und bewaffnen sich die Neonazis. Asyllager werden regelmäßig angegriffen, ohne dass eine Untersuchung stattfindet.

Als nicht-binäre Person ist Maja der Gewalt der rechtsextremen Regierung Orbàns und ihrer Politik des Hasses gegen LGBTQI+-Menschen ausgesetzt.

Wir senden unsere Solidarität an Maja, die Angehörigen und Freund*innen. Antifaschismus ist kein Verbrechen. Selbstverteidigung gegen Faschismus und machistische Gewalt ist legitim und notwendig!

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7. Feminizid im Jahr 2024

Am 4. Juni wurde eine 78-jährige Frau in Knonau (Zh) von ihrem Ehemann getötet.
Dies ist der siebte Feminizid in der Schweiz im Jahr 2024.

Bisher wissen wir nichts weiter über sie. Wir möchten den Menschen, die sie geliebt haben, sagen, dass wir ihre Trauer teilen.
Feminizide sind keine Einzeltaten, ihnen geht immer Gewalt voraus, die, weil sie von der Gesellschaft akzeptiert und ignoriert wird, extrem gewalttätige Morde erst möglich macht. Ältere Frauen machen einen großen Teil derer aus, die von dieser Gewalt betroffen sind, die in der allgemeinen Gleichgültigkeit verübt wird. Im März dieses Jahres wurde eine 74-jährige Frau ebenfalls von ihrem Ehemann getötet.
Um etwas unternehmen zu können, muss man die Tatsachen benennen können. Die Zürcher Polizei schreibt in ihrer Pressemitteilung, dass ein Ehepaar tot aufgefunden wurde, obwohl es sich um einen Feminizid mit anschließendem Selbstmord handelt.
Wie viele Frauen leben seit Jahren in einer Partnerschaft mit gewalttätigen Männern, mit Männern, die sie verachten oder respektlos behandeln?
Für unsere Schwester, die in Knonau ermordet wurde, und für alle, die von patriarchaler Gewalt betroffen sind, werden wir weiterkämpfen.
Berühren Sie eine* von uns, wir werden alle zurückschlagen!

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Aktion Statement

Ni-Una-Menos-Rede und Schrei gegen Feminizide

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Veranstaltung

13. Juni 2024: Ni-Una-Menos Abend in Basel

Am 13.06 findet ab 19:00 Uhr in der Carambolage ein weiterer gemeinsamer Ni Una Menos Abend statt!

Beim Event werden wir über revolutionäre Perspektiven zum 14. Juni und die Geschichte des Streiks sprechen.

Es wird wieder eine Bücherecke geben, Snacks, bedruckte T–shirts und die Bar wird geöffnet sein.
Bringt also eure Freund*innen mit.

Wir freuen uns auf euch! Ni Una Menos!💜

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Veranstaltung

Basel: Gedenkprotest am 30. Mai 2024

Am Donnerstag dem 30. Mai gedenken wir denen, die nicht mehr unter uns sind, den Überlebenden und Hinterbliebenen.
Wir nehmen uns den Marktplatz, weil wir wütend sind.
Wütend, weil erneut ein Feminizid geschehen ist, der 8. im Jahr 2024.
Keiner dieser FEMINIZIDE war ein Einzelfall, sie sind nur die Spitze der strukturellen Gewalt, die im Patriarchat fusst. Es sind keine Beziehungsdelikte, es sind keine Familiendramen, es sind FEMINIZIDE!
Kommt alle am 30.5. um 19:00 auf den Marktplatz!
Kommt in Bezugsgruppen, bringt Schilder und Transparente. Die Kundgebung ist nicht bewilligt!
Toxische Männlichkeit und anderes toxisches und diskriminierendes Verhalten wird nicht toleriert.

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Feminizid Statement

Zum Feminizid (?) in Männedorf

Am Dienstag den 21.Mai wurde eine Joggerin von einem 19-jährigen Mann angegriffen und ist daraufhin gestorben. Dieser soll nackt gewesen sein und sie angegriffen haben. Es ist nicht klar, ob der Täter sein Opfer zufällig ausgewählt oder geziehlt ermordet hat. Dennoch wollen wir auf den Mord aufmerksam machen.

Es ist traurige Realität von TINF-Personen, dass diese sich 2 Mal überlegen müssen, ob sie abends alleine joggen gehen können. Schon als Kinder lernen wir ,dass es für uns schlimm enden kann, wenn wir nicht aufpassen. Deshalb ist es für uns schmerzhaft, solche Nachrichten zu lesen, denn der Gedanke liegt nahe, dass es sich um einen Feminizid handeln könnte. Auch diese Unsicherheit gehört zu unserer Arbeit.

Auf jeden Fall wollen wir der ermordeten Frau gedenken und unser Beileid für ihre Familie und ihre Freund*innen aussprechen. Wir sind traurig über die Nachricht ihres Todes!