Kategorien
Feminizid

14. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Am 22. Juni 2026 wurde in Escholzmatt (LU) eine Frau getötet.


Sie wurde 37 Jahre alt, kam ursprünglich aus der Ukraine und hat einen Sohn. Sie wurde am Montag am frühen Nachmittag aus dem Leben gerissen. Wir sind voller Mitgefühl mit den Menschen, die sie geliebt haben und jetzt um sie trauern.


Einmal mehr dieses Jahr betrauern wir eine Schwester. Das Jahr ist erst zur Hälfte um und schon zählen wir mindestens 14 Feminizide in der Schweiz. Alle zwei Wochen wird eine als Frau gelesene Person getötet. Genderspezifische Gewalt findet häufig innerhalb einer (Ex-)Beziehung statt. Es sind keine leeren Worte, wenn wir sagen, dass der gefährlichste Ort für Frauen zu Hause ist.


Es gibt aber auch andere Formen von sexistischer Gewalt, die sich im öffentlichen Raum abspielt und bei der sich die involvierten Personen nicht unbedingt kennen. Unsere patriarchale Gesellschaft normalisiert und banalisiert Gewalt an Menschen, die von der cis-männlichen Norm abweichen. Kontrolle und die Androhung oder Anwendung von Gewalt dienen dazu, die patriarchale Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten.


Wir betonen diesen Punkt, weil Feminizide häufig als Beziehungstaten verstanden werden. Im Falle unserer Schwester, die in Escholzmatt getötet wurde, ist nicht klar, in welchem Verhältnis sie zum Täter stand. So bitter es ist: In der Schweiz ist Gewalt gegen Frauen und als Frauen gelesene Personen so alltäglich, dass die Hemmschwelle erschreckend niedrig ist.


Das muss sich ändern! Jeder Feminizid ist einer zu viel und hätte verhindert werden können. Schauen wir nicht weg und nehmen wir jedes noch so kleine Anzeichen für Gewalt ernst. Gemeinsam können und müssen wir das Patriarchat entwurzeln und eine Welt erschaffen, in der kein Mensch mehr unterdrückt wird und Gewalt erleben muss.