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Feminizid in Bellach: Die Medien schauen auf den Täter

In den letzten Wochen waren die schweizerischen Medien gefüllt von Berichten zum Feminizid in Bellach am 8. April 2023. Ein junger Mann hat in dieser Nacht eine 17-jährige Jugendliche ermordet. Die Ermordete und der Täter kannten sich nicht. Das ist untypisch für einen Feminizid, diese passieren oft im erweiterten, familiären Umfeld.

Die Medien berichten von der Mordlust eines Täters, der sein Opfer zufällig ausgewählt habe. Durch das Beharren auf dieser Zufälligkeit werden andere Dimensionen ausser Acht gelassen. Zum Beispiel, dass der Täter ein Mann ist, die Ermordete eine Frau. Die Tat wird so als Einzelfall dargestellt, nicht im Kontext patriarchaler Gewalt, welche allgegenwärtig ist.

Ein Beispiel aus dem Landboten. Es wird berichtet, dass die Richterin des Prozesses selbst am Schluss sagt, dass die Urteilsverkündung sich viel zu lang um den Täter gedreht hat. Und gleichzeitig reproduziert der Artikel exakt diesen Punkt: Es geht um seine Psyche, seine Täuschungen, seine Therapiekosten, seinen Tattoo-Wunsch, sein Prahlen. Die ermordete Frau existiert im Text nur als sterbender Körper. Kein Satz dazu, wer sie war.

Es ist verstörend, wie die Medien detailliert beschreiben, wie der Täter die Frau umgebracht hat. Die gleichen Medien, die Feminizide nicht benennen, beschreiben explizite Gewaltszenarien. Das ist respektlos und retraumatisierend. Diese Artikel führen zu einer Normalisierung von patriarchaler Gewalt. Und reproduzieren diese, weil keine Einordnung und Kritik der Ereignisse stattfindet!

Sie machen sich zu Komplizinnen und befestigen so die mörderische patriarchale Gewalt.

Auf wessen Seite steht ihr Medien eigentlich?

Wieso übernehmt ihr keine Verantwortung?

Wo sind in diesen Artikeln die Hilfsangebote, die Telefonnummern, wo sich Betroffene melden können?

Es gibt keine Informationen dazu. Das ist für uns ein Zeichen, dass der Schutz von FLINTA-Personen nur zweitrangig ist.

All das macht uns wütend. Deshalb sind wir heute hier auf der Strasse. Solange es Feminizide gibt und die Medien, der Staat und die Politik ihrer Verantwortung nicht nachkommen, werden wir hier sein.

Wir sind laut. Wir sind unangenehm. Wir benennen, was nicht gesagt wird. Wir sind nicht nur heute hier. Wir bleiben hier, bis keine FLINTA-Person mehr Gewalt erfahren muss.

NI UNA MENOS!

Brauchst du Hilfe?

Hol dir Hilfe bei patriarchaler Gewalt! Bist du oder deine Nachbarin, Kollegin, Angehörige von patriarchaler Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe: https://contre-les-feminicides.ch/anlaufstellen-zuerich/.

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Feminizide Schweiz: Was Medien und Statistik verschweigen

Wie Medien über patriarchale Gewalt berichten.

Wir zählen Feminizide und benennen sie. Wir klagen das System an, das solche Gewalt ermöglicht. In der Schweiz gibt es keine offizielle Statistik zu Erfassung von Feminiziden, was unsere Zählarbeit extrem erschwert. Wir sind auf Medienberichterstattung und polizeiliche Meldungen angewiesen, die jedoch oft nicht eindeutig sind. Gleichzeitig ist die Berichterstattung fast immer rassistisch, reisserisch und verschweigt die strukturelle Dimension patriarchaler Gewalt. Ein Beispiel hierfür ist der Artikel vom 10.04.2026 im Blick: „In Au SG fand am Donnerstag ein Verbrechen statt. Vier Personen wurden teils schwer verletzt. Die Polizei verhaftete einen 51-jährigen Serben.“

Dass unter den vier Opfern drei Frauen sind, erfahren wir erst spater. Ob der Fall etwas mit geschlechtsspezifischer Gewalt zu tun hat, bleibt im Artikel vage. Handelt es sich hier um versuchte Feminizide? Die Berichterstattung bleibt unklar und effekthascherisch. Die Rede ist von „blutigen Abdrücke[n] von Hundepfoten“. Der Fokus ist auf dem „blutüberströmten“ Mann. Es kommt sein Nachbar zu Wort, der davon berichtet, dass sie „manchmal ein Bier tranken“ Über die verletzten Frauen erfahren wir fast nichts.

Dass diese drei Frauen womöglich in Lebensgefahr schweben, ist dem Blick keine Zeile wert. Stattdessen liegt der Fokus auf dem „blutüberströmten“ männlichen Nachbarn und dem Verhältnis der beiden Männer, die „manchmal ein Bier tranken“.

Wie patriarchale Strukturen ignoriert werden

Vom Fall in Au SG werden wir vermutlich, wie so oft, nichts mehr erfahren. Später wird er zwar in der offiziellen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) des Bundesamtes für Statistik (BFS) erfasst.
Doch auch diese weist bei der Sichtbarmachung patriarchaler Gewalt erhebliche Mängel auf, wie die kürzlich veröffentlichte Statistik aus dem Jahr 2025 zeigt. Die PKS führt keine Kategorie „Feminizid“. Sie erfasst Tötungsdelikte lediglich im „häuslichen Bereich“.

Laut dem Bericht gab es im Jahr 2025 34 vollendete und 59 versuchte
Tötungsdelikte im häuslichen Bereich. Kernproblem der PKS liegt in ihrer Definition:
„Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) definiert seit 2009 hausliche Gewalt anhand der Beziehung zwischen geschädigter und beschuldigter Person zum Zeitpunkt der Tat.“

Es wird also nur erfasst, ob Tater und Opfer in einer Partnerschaft oder Familienbeziehung standen. Das Geschlecht der Beteiligten wird in dieser spezifischen Kategorie nicht als primares Analysekriterium hervorgehoben. Die Statistik spricht immer nur von „geschädigter“ und „beschuldigter Person“. Es bleibt unklar, ob es sich dabei um Männer, Frauen oder andere Geschlechter handelt (wobei es in solchen Statistiken sowieso nur zwei Geschlechter gibt).

Zwar können wir aus der Gesamtzahl der Tötungsdelikte im häuslichen Bereich (34) und der bekannten Dynamik solcher Gewalttaten ableiten, dass ein Grossteil davon Feminizide sind, aber die Statistik selbst macht diese Zuordnung nicht. Sie erkennt die patriarchale Struktur der Gewalt nicht an, indem sie das Geschlecht der Opfer und Täter in dieser Kategorie ausblendet.

Wie von systematischer Gewalt an Frauen abgelenkt wird.

Zudem zeigt die Statistik bei Gewaltstraftaten zwar eine Gender-Kategorie, aber bei der Analyse der Täterprofile wird bewusst die Kategorie Aufenthaltsstatus (Schweiz, Wohnbevölkerung, Asyl, Übrige Ausländer) in den Vordergrund gerückt. Die Statistik interessiert sich mehr für xenophobe und rassistische Fakten (Herkunft des Täters) als dafür, die genderspezifische Gewalt genau aufzuschlüsseln und Feminizide als strukturelles Problem anzuerkennen.

Solche rassistischen Narrative werden auch von Medien bedient und verstärkt. Im Blick-Artikel wird sofort auf den Aufenthaltsstatus des mutmasslichen Taters fokussiert: Ein „51-jahriger Serbe, ohne Wohnsitz in der Schweiz“. Im Kontrast dazu werden die Opfer als „alles Schweizer“ bezeichnet. Diese Gegenüberstellung ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Narrativ.

Die mediale Inszenierung nutzt die Daten selektiv, um eine „Wir gegen Die“-Dynamik zu erzeugen. Würde die Medienberichterstattung die strukturelle Dimension anerkennen, müsste sie fragen: Warum wurden drei Frauen schwer verletzt? Ist dies ein Fall von patriarchaler Gewalt, die in der Schweiz alltäglich ist (59 versuchte Tötungsdelikte im häuslichen Bereich laut PKS)?

Stattdessen wird der Fall individualisiert und ethnisiert. Der männliche Nachbar, der auch verletzt wurde, dient als emotionales Ankerbild, um die Aufmerksamkeit von der systematischen Gewalt gegen Frauen abzulenken. Sowohl die offizielle Statistik als auch die Medienberichterstattung verschweigen das eigentliche Problem: Dass es sich bei diesen Taten um (versuchte) Feminizide und somit um patriarchale Gewalt handelt.

Doch wir schweigen nicht!

Die Berichterstattung und die Statistiken sind selbst Ausdruck des kapitalistischen und rassistischen Patriarchats. Sie sind Teil eines Systems, das von der Kontrolle über weibliche Körper und von der Ausbeutung von Frauen lebt.

🟣Diese Gewalt hat ein System, ein System namens Patriarchat!
🟣Solange die Medien rassistisch hetzen, schweigen wir nicht.
🟣Solange die Schweizer Institutionen weiterhin Täterschutz betreiben, schweigen wir nicht.
🟣Solange patriarchale Besitzansprüche über unsere Körper gestellt werden, schweigen wir nicht.

🟣Solange es zu wenig Schutzräume für uns gibt, schweigen wir nicht.
🟣Solange Feminizide in der Statistik unter „Tötungsdelikte im häuslichen Bereich“ verschwinden, schweigen wir nicht.
🟣Solange das Ansehen von Männern über unsere Sicherheit gestellt wird, schweigen wir nicht.
🟣Solange es patriarchale Gewalt gibt, wächst der feministische Widerstand!

Darum organisieren wir unsere Wut gegen patriarchale Gewalt und nehmen uns die Strassen. Wir vernetzen uns, organisieren Kundgebungen und bringen den Kampf gegen Feminizide auf die gesellschaftliche Agenda und in die Bewegung. Wir kämpfen weiter, bis es keine Feminizide mehr gibt!
Solange das Patriarchat tötet, schweigen wir nicht!

NI UNA MENOS!
WIR WOLLEN UNS LEBEND! 

Brauchst du Hilfe?

Hol dir Hilfe bei patriarchaler Gewalt! Bist du oder deine Nachbarin, Kollegin, Angehörige von patriarchaler Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe: https://contre-les-feminicides.ch/anlaufstellen-zuerich/.

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Aktion Ni Una Menos ZH Aktuelles

Kundgebung gegen patriarchale Gewalt – 21. August 2026, Zürich

KUNDGEBUNG GEGEN PATRIARCHALE GEWALT

📅 Freitag, 21. August 2026, 19:00 Uhr

📍 Ni Una Menos Platz (ehem. Helvetiaplatz), Zürich, Schweiz


Seit 7 Jahren leisten wir als Ni Una Menos Zürich Widerstand gegen Feminizide – wir benennen, wir zählen, wir trauern, wir kämpfen. 7 Jahre, in denen der Staat weiter versagt hat: Hinter jedem Feminizid steht ein Versagen des Staates und seiner Institutionen. Feminizide geschehen nicht plötzlich – ihnen gehen zahlreiche Schritte und verschiedene Formen patriarchaler Gewalt voraus.

Gleichzeitig gibt es vielfältige Formen des Widerstands. Mit unserer Kundgebung machen wir unterschiedliche Perspektiven sichtbar und hörbar – auch die des Schutzes und der Unterstützung von Betroffenen und Überlebenden. Dazu sprechen das Frauenhaus– und Mädchenhaus Zürich. Zwei Organisationen, die von Gewalt betroffenen Frauen, Mädchen und ihren Kindern Schutz, Beratung und einen sicheren Ort bieten. 💜 Dazu singen wir gemeinsam im Nachgang mit stellaandthefridge feministische Lieder. 🎶

Kommt vorbei, bringt eure Wut, eure Trauer und eure Solidarität mit. Ni una menos – nicht eine weniger! ❤️‍🔥

  • Offen für alle
  • Rollstuhlgängig
  • Info: Kundgebung ist nicht bewilligt

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Aktion Ni Una Menos ZH Aktuelles

8. Juli 2026: Kundgebung gegen Feminizide in Zürich

🔥Kundgebung Ni Una Menos Zürich🔥

15 Frauen wurden dieses Jahr bereits in der Schweiz von Männern ermordet. 15 Feminizide, von denen wir wissen. Jeder einzelne davon ist einer zu viel!

Feminizde werden in der Schweiz nicht gezählt. Sie werden als Einzelfälle, als Familienangelegenheit abgetan. Der Staat ignoriert das strukturelle Problem. Warum? Weil er von der patriarchalen Gewalt, von FLINTA-Personen profitiert.

Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen der patriarchalen Gewalt und kämpfen Seite an Seite gegen das tödliche System. Hier und überall.
Ein Angriff auf eine* ist ein Angriff auf alle!

Kundgebung
Wann: Mittwoch, 8. Juli 2026 um 19:00 Uhr
📍Ni una menos-Platz (ehem. Helvetiaplatz)
✨Bringen wir unsere kollektive Wut & Widerstand auf die Strasse und errichten wir ein Denkmal gegen Feminizide!
❗️Kommt vorbei, bringt eine Botschaft mit (z.B. eine kämpferische Parole, ein Gedicht), die wir an einem Gitter anbringen können. Diese können frei gestaltet sein und sollen unsere Trauer um die zerstörten Leben und unsere Solidarität miteinander ausdrücken. Wir singen Canción Sin Miedo und La Lega (8. März Unite Version).
💜 Offen für alle
♿ Rollstuhlgängig

Die Kundgebung ist unbewilligt.

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Aktion Feminizid

Transparent in Bern zum Gedenken an die ermordete Frau

Heute haben wir ein Transparent im Quartier aufgehängt, wo die getötete Frau letzte Woche gefunden wurde.
Wir schicken den Angehörigen und Freund*innen der Verstorbenen ganz viel Kraft!

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Feminizid

15. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Am 26. Juni 2026 wurde in der Stadt Bern eine Frau getötet.
Sie wurde 20 Jahre alt und wurde am frühen Freitagmorgen in der Morillonstrasse in Bern gefunden. Wir schreiben erst jetzt über ihren Tod, weil nicht von Anfang an klar war, ob es sich um einen Feminizid handelt. Jetzt, wo Klarheit herrscht, sind wir umso wütender und trauriger. Allen, die sie gekannt und geliebt haben, drücken wir unser tiefstes Mitgefühl aus.
In den allermeisten Fällen erfahren wir erst aus den Medien, dass es zu einem Feminizid gekommen ist. Diese Arbeit ist zermürbend, aufreibend, aber absolut notwendig. Wir kennen den Namen unserer 20-jährigen getöteten Schwester noch nicht, aber wir sind froh, dass sie jetzt identifiziert wurde.
Seit Anfang 2026 mussten wir schon über 15 Feminizide berichten. Sie gehen durch alle Altersgruppen, Gesellschaftsschichten und Kantone. Die einzige Konstante: In der Schweiz ist eine Mehrzahl der gewalttätigen Todesfälle ein Feminizid. Die Täter sind männlich.
Wir trauern einmal mehr und unsere Wut kennt keine Grenzen. Damit kein Opfer dieser Feminizid-Epidemie vergessen geht, nehmt bitte Kontakt mit uns auf, falls ihr eine der Personen gekannt habt. Sie sind keine anonymen Opfer, sie haben einen Namen. Sie hatten eine Geschichte, Träume, ein Leben hinter und vor sich.
Ja, wir trauern um ein 15. Opfer. Aber wir sind auch wütend. Die Dinge müssen und werden sich ändern. Immer mehr Menschen verstehen, dass das Patriarchat abgeschafft werden muss, damit wir endlich in Sicherheit leben können. Im Namen aller Verstorbenen machen wir weiter.

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    Feminizid

    14. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 22. Juni 2026 wurde in Escholzmatt (LU) eine Frau getötet.


    Sie wurde 37 Jahre alt, kam ursprünglich aus der Ukraine und hat einen Sohn. Sie wurde am Montag am frühen Nachmittag aus dem Leben gerissen. Wir sind voller Mitgefühl mit den Menschen, die sie geliebt haben und jetzt um sie trauern.


    Einmal mehr dieses Jahr betrauern wir eine Schwester. Das Jahr ist erst zur Hälfte um und schon zählen wir mindestens 14 Feminizide in der Schweiz. Alle zwei Wochen wird eine als Frau gelesene Person getötet. Genderspezifische Gewalt findet häufig innerhalb einer (Ex-)Beziehung statt. Es sind keine leeren Worte, wenn wir sagen, dass der gefährlichste Ort für Frauen zu Hause ist.


    Es gibt aber auch andere Formen von sexistischer Gewalt, die sich im öffentlichen Raum abspielt und bei der sich die involvierten Personen nicht unbedingt kennen. Unsere patriarchale Gesellschaft normalisiert und banalisiert Gewalt an Menschen, die von der cis-männlichen Norm abweichen. Kontrolle und die Androhung oder Anwendung von Gewalt dienen dazu, die patriarchale Gesellschaftsordnung aufrecht zu erhalten.


    Wir betonen diesen Punkt, weil Feminizide häufig als Beziehungstaten verstanden werden. Im Falle unserer Schwester, die in Escholzmatt getötet wurde, ist nicht klar, in welchem Verhältnis sie zum Täter stand. So bitter es ist: In der Schweiz ist Gewalt gegen Frauen und als Frauen gelesene Personen so alltäglich, dass die Hemmschwelle erschreckend niedrig ist.


    Das muss sich ändern! Jeder Feminizid ist einer zu viel und hätte verhindert werden können. Schauen wir nicht weg und nehmen wir jedes noch so kleine Anzeichen für Gewalt ernst. Gemeinsam können und müssen wir das Patriarchat entwurzeln und eine Welt erschaffen, in der kein Mensch mehr unterdrückt wird und Gewalt erleben muss.

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    12. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 5. Mai 2026 wurde in Le Lignon (GE) eine Frau getötet
    Sie war 67 Jahre alt, hatte ein erfülltes Leben und noch viele schöne Jahre vor sich. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen, die sie liebten. Wir trauern mit ihnen und können uns nur vorstellen, welchen Schock und welches Leid sie empfinden müssen.
    Eine Nachbarin alarmierte die Polizei, da sie sich Sorgen machte, weil sie die Frau nicht mehr sah. Wochenlang erhielten die Angehörigen keine Nachricht von der Staatsanwaltschaft. Einige wurden nicht einmal befragt. Dies ist symptomatisch für eine Gesellschaft, die Frauen die Frauen und queere Menschen zutiefst hasst.
    In der Schweiz sind die meisten Morde Feminizide. Es handelt sich um Massenmorde, die dringende Massnahmen erfordern und die nur durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen gestoppt werden können.
    Ein Feminizid ist der Mord an einer Frau oder einer als Frau angesehenen Person aufgrund ihres Geschlechts. Feminizide sind Besitzverbrechen. In der Regel (aber nicht ausschliesslich) ist es der Partner oder Ex-Partner, der tötet, da er der Ansicht ist, dass seine Frau ihm gehört – und damit auch ihr Leben. Dies geschieht in der Schweiz alle zwei Wochen, in völliger Stille.
    Man spricht von Totschlag, Familiendrama oder Verbrechen aus Leidenschaft, was dazu beiträgt, diesen Verbrechen einen Ausnahmecharakter zu verleihen, obwohl sie doppelt so häufig vorkommen wie die Zahlung eines Netflix-Abonnements.
    Der Aufstieg der extremen Rechten und des Maskulinismus in der Schweiz bereitet uns besondere Sorge. Frauen und genderqueere Menschen sind die ersten, die unter diesen Regimes leiden. Mehr denn je müssen wir uns zusammenschliessen, um gegen Gewalt jeglicher Art zu kämpfen.

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    11. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Am 12. Mai wurde in Faoug (FR) eine Frau getötet; ihr Ehemann und ihre Mutter wurden schwer verletzt.
    Unsere Gedanken sind bei der trauernden Familie und den Angehörigen. Wir senden euch viel Kraft und unser aufrichtiges Beileid. Es wurde eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um diese Familie zu unterstützen, die bereits vor zwei Jahren ein tragisches Ereignis erlebt hat.
    Wie jedes Mal, wenn wir erfahren, dass in der Schweiz eine Frau von einem Mann getötet wurde, sammeln wir die verfügbaren Informationen, um zu beurteilen, ob es sich um einen Femizid handelt oder nicht. Das ist eine intensive, schwierige Arbeit, die von rein ehrenamtlichen Gruppen geleistet wird, da die staatlichen Institutionen dies vernachlässigen, obwohl sie über alle notwendigen Informationen verfügen – was bei uns nicht der Fall ist. Eine Arbeit, ohne die niemand wissen würde, dass in der Schweiz die Mehrheit der Morde Femizide sind. Dass Feminizide Massenmorde sind, die dringende Massnahmen erfordern und die nur durch tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen gestoppt werden können. Ein Feminizid ist die Tötung einer Frau oder einer als Frau angesehenen Person aufgrund ihres Geschlechts. Unsere Erfahrung zeigt uns, dass fast alle Morde an Frauen in der Schweiz, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Femizide sind. Auch den Fall des Mordes in Faoug zählen wir als Feminizid, obwohl er nicht offensichtlich erscheint. Die Frau starb als Mutter, ermordet durch ihren eigenen Sohn. Ob ihr Geschlecht eine zentrale Rolle für die Beweggründe des Täters gespielt haben, wissen wir nicht, aber dennoch wollen wir darauf aufmerksam machen. Der Täter wurde wegen psychischer Störungen in einer psychiatrischen Einrichtung behandelt und stand unter Beistandschaft. Dieser Mord wirft Fragen an die Schweizer Institutionen und ihre Fähigkeit auf, Menschen mit psychischen Störungen und deren Umfeld zu betreuen. Denn der Abbau des Schweizer Gesundheitssystems betrifft insbesondere den Bereich der psychischen Gesundheit: zu wenig Finanzierung, Personalmangel, fehlende Begleitung und Prävention.
    Je mehr uns der Kapitalismus in seine Kriege und Krisen hineinzieht, desto mehr verschlechtert sich die psychische Gesundheit der Bevölkerung.
    Stress und Angst gehören für die Mehrheit der Menschen in der Schweiz zum Alltag.
    Wir können uns nicht auf Politiker*innen, Institutionen oder irgendeine andere Instanz verlassen, um die Situation zu verbessern. Nur durch Kampf und kollektive Organisation, durch die Schaffung solidarischer Räume können wir eine Gesellschaft aufbauen, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt und in der Lage ist, diejenigen zu unterstützen, die Hilfe benötigen.

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    Feminizid

    10. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

    Sie war 81 Jahre alt und lebte in einem Pflegezentrum. Wir wissen noch nicht mehr über sie, aber wir hoffen, dass sie ein erfülltes Leben hatte. Wie so viele Frauen hat sie ganz bestimmt viel von sich selbst gegeben, hat sich um andere gekümmert (oder kümmern müssen). Jetzt war sie im Pflegezentrum und hätte die letzten Jahre ihres Lebens geniessen können. Andere Menschen hätten sich um sie gekümmert.

    Unsere Schwester hätte gerettet werden können. Doch die Schweizer Gesellschaft weigert sich immer noch, hinzuschauen. Politik, Instagram-Kommentare, Medien: Immer wieder wird nach Zahlen und mehr Studien gefragt. Reine Rauchpetarden! Wer hinschaut und hinhört, weiss schon lange: Der gefährlichste Ort für Frauen ist in der Schweiz das Zuhause. Männer morden aus Besitzdenken (und der Gedanke, eine Frau könne ohne sie weiterleben, ist ihnen unerträglich), weshalb gerade ältere Frauen in heterosexuellen Beziehungen besonders gefährdet sind.
    In was für einer Gesellschaft leben wir, die zulässt, dass die Hälfte der Bevölkerung täglich um ihr Leben fürchten muss? In der es normalisiert wird, dass Schusswaffen zuhause aufbewahrt werden?
    Der Tod unserer Schwester in Baden war viel zu früh und vermeidbar. Sie hätte es verdient gehabt, friedlich einzuschlafen. Doch ihr Mörder hat ihr nicht einmal das gegönnt, er wollte sogar kontrollieren, wann und wie sie starb. Wir sind traurig und wütend. Unser Mitgefühl geht an all diejenigen, die sie geliebt haben.
    Wir kämpfen weiter! Bis das Patriarchat fällt, bis keine* von uns mehr sterben muss!