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Feminizid

3. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Sie wurde 26 Jahre alt. Mehr wissen wir nicht über sie. Was wir hingegen wisse, ist, dass sie gerne weitergelebt hätte. Sie hatte – wie wir alle – Träume, Pläne, Freund:innen, Hoffnungen… Jetzt musste sie sterben, weil ein Mann sich im Recht fühlte, sie zu töten.
Einmal mehr sehen wir, dass Feminizide kein Alter, keine soziale Klasse, keine Nationalität haben… Das Einzige, was diese tragischen Todesfälle verbindet, ist, dass ein Mann sich das Recht herausnahm, einer Frau oder einer als weiblich angesehenen Frau das Leben zu nehmen – ein direktes Resultat der patriarchalen Kultur, die in der Schweiz herrscht!
Wir trauen einmal mehr um eine Schwester, die wir nicht haben retten können. Vielleicht hat sie um Hilfe gebeten, hat gegen ihren Peiniger Anzeige erstattet… Die letzten Jahre haben uns in erschreckender Weise klar gemacht, dass das leider nicht ausreicht, um ein Leben zu retten.
Wir sind mit ganzem Herzen bei den Menschen, die sie gekannt haben. Sie wird stark vermisst werden. Wir werden sie nicht vergessen. Jedes Opfer des Patriarchats ist eines zu viel! Deshalb müssen wir mit all unserer Kraft, all unserer Überzeugung und all unserer Solidarität gegen das Patriarchat kämpfen!

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2. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

Eine Frau wurde in einer Wohnung an der rue Mirasole in Bellinzona schwer verletzt und starb noch vor Ankunft der Ambulanz an ihren Verletzungen. Sie war 41 Jahre alt. Ein 61-jähriger Mann wurde in der gleichen Wohnung in einem schlimmen Zustand gefunden. Ein 24-jähriger Mann wurde festgenommen. Wir wissen momentan nicht mehr über die Frau.

Die Behörden geben keine weitere Auskunft, aber das Schema lässt an einen weiteren Feminizid denken. In den allermeisten solcher Fälle handelt es sich um einen Feminizid. Die Behörden werden uns vielleicht nie mehr Informationen geben, deshalb sprechen wir von einem Feminizid, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Es ist absolut wichtig, diese Gewalt überall und jederzeit zu benennen. Deshalb schauen wir weiterhin aufmerksam durch die täglichen Schlagzeilen. Jeder Feminizid ist politisch, denn er belegt – wenn das überhaupt noch nötig ist -, das Resultat eines Kontinuums der Gewalt gegen Frauen und als weiblich gelesene Menschen.

Wir denken fest an die getötete Frau und an ihre Nächsten, an alle, denen sie fehlen wird. Wir senden ihnen all unsere Kraft und wünschen ihnen viel Mut.

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1. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2026

In der Nacht vom 23. auf den 24. Januar 2026 beginnt unsere diesjährige Statistik, die uns wie immer mit Wut und Trauer erfüllt. Am 24. Januar gegen 4 Uhr morgens wurde eine Frau tot in ihrer Wohnung an der rue Roi-Victor Amé in Carouge (GE) gefunden. Sie starb an den Faustschlägen und Fusstritten ihres 49-jährigen Partners, wird vermutet. Wir wissen bisher nicht mehr.


Die wie immer mutlosen Medien erwähnen nicht, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Feminizid handelt, der sich wie so oft hinter geschlossenen Türen abgespielt hat. Die Gewalt, die diese Frau erleben musste und die zu ihrem Tod führte, war nicht das Werk eines einzigen Mannes, sondern das Resultat einer patriarchalen Kultur, die tötet!

Wie gerne würden wir diese Statistik nicht Jahr für Jahr führen müssen. Es dauert aber lange, bis Lösungen getroffen werden, und so lange müssen wir unsere Toten zählen!


Die Medien und die Politik sprechen von aktiver elektronischer Überwachung, von einer Notfallnummer, etc., aber noch ist nichts geschehen. Wir warten weiterhin darauf, dass Unterstützungsangebote und Schutzhäuser mehr Geld erhalten. Denn ohne massive finanzielle Unterstützung der Opfer dieser Gewalt ist nichts möglich.
Wir schreiben diese Worte mit Trauer, Wut und Müdigkeit. Wir sagen es immer wieder: Feminizide sind keine Einzeltaten, sondern die Konsequenzen eines patriarchalen Systems.


Das Patriarchat tötet. Kämpfen wir gemeinsam für eine Welt ohne Patriarchat!

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Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

Am 24. Dezember wurde in Buchs (ZH) eine Frau getötet.

Sie war 71 Jahre alt und stammte aus dem Kosovo. Mehr ist derzeit nicht über sie bekannt. Unsere Gedanken sind bei ihr und ihren Angehörigen, bei all denen, die sie während der Feiertage am Jahresende vermissen werden. Denn patriarchale Gewalt lässt uns keinen Moment zur Ruhe kommen.
Wir sind wütend, denn dies ist bereits das 29. Leben, das in diesem Jahr durch patriarchale Gewalt ausgelöscht wurde. Statistiken aus Frankreich zeigen, dass mehr als 80 % der Opfer von Feminiziden Anzeige erstattet hatten. Für die Schweiz gibt es keine Zahlen, da wir in Sachen Prävention patriarchaler Gewalt Lichtjahre hinterherhinken. Aber indem wir die Opfer ignorieren und uns weigern, Unterstützungsangebote zu finanzieren, macht sich unser Staat des Massenmords schuldig.
Wir sind wütend, denn ohne die feministischen Aktivistinnen und die beiden ehrenamtlichen Journalistinnen von stopfemizid wüssten wir nicht einmal, wie viele Feminizide jedes Jahr in der Schweiz begangen werden. Und trotz all dieser Arbeit zur Erfassung von Feminiziden berichteten mehrere Westschweizer Zeitungen (rts, Heidinews, La Liberté) im vergangenen November von 22 Feminiziden, obwohl 28 gemeldet worden waren! 22 Feminizide im November 2025 – diese Zahl erhält man, wenn man chatGPT danach fragt oder die Anzahl der Daten zählt, anstatt die Anzahl der von der Website stopfemizid erfassten Opfer zu zählen. Die Tatsache, dass Journalist*innen sich so wenig um die Zahl der Feminizide kümmern, ist ein Mass für das Interesse, das wir als Gesellschaft diesem Thema entgegenbringen.


Aber wenn wir uns schon nicht auf unsere Regierung und die Medien verlassen können, können wir uns zumindest auf feministische Gruppen verlassen, die unermüdlich dafür kämpfen, dass wir eines Tages in einer wohlwollenden und diskriminierungsfreien Gesellschaft leben können.

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Doppelter Feminizid und ein weiter Mord in Vaduz, Liechtenstein

24. Dezember 2025
Aus den Medien haben wir erfahren, dass zwei Frauen im Alter von 68 und 45 Jahren sowie ein 73-jähriger Mann in Vaduz tot aufgefunden wurden. Am Rheinufer wurde ebenfalls eine Leiche gefunden, die eines 41-jährigen Mannes, der vermutlich der Sohn und Bruder der Opfer von Vaduz ist. Die Presse berichtet, dass er Geldprobleme hatte und gerade wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten entlassen worden war.
Die Polizei weigert sich, wie so oft, weitere Informationen preiszugeben. Aber das Muster ist so klassisch, dass es uns das Blut in den Adern gefrieren lässt. Ein Mann, der mit scheinbar unlösbaren Schwierigkeiten konfrontiert ist und lieber seine ganze Familie umbringt, als sich seinen Problemen und Lügen zu stellen. Ein reines Produkt unserer patriarchalischen Gesellschaft, in der Männer es nicht ertragen können, die Kontrolle zu verlieren. Wann werden wir endlich Jungen dazu erziehen, ihre Gefühle auszudrücken und zu kontrollieren? Wann werden wir aufhören, es für normal zu halten und zu akzeptieren, dass Männer Wutanfälle bekommen?
Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer. Wir wünschen ihnen viel Kraft, um diese Trauer in der Weihnachtszeit zu überstehen.

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    28. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

    Am 9. November wurde eine Frau in Truttikon (ZH) getötet
     
    Wütend und traurig lesen wir in den Medien erneut von einem Feminizid. Die 65-jährige Frau mit philippinischen Wurzeln wurde von ihrem Ehemann getötet, welcher sich dann suizidiert hat. Mehr werden wir über die Frau wahrscheinlich nie erfahren. Jedoch hinterlässt sie Menschen, die sie geliebt haben und nun um sie trauern. Ihnen wünschen wir ganz viel Kraft!

    Hinter jedem Feminizid steckt ein ausgelöschtes Leben, eine Person, die aus dem Leben gerissen wurde. Wir wollen an die Frau gedenken und uns erinnern, warum es notwendig ist, dass wir uns gegen patriarchale Gewalt organisieren.

    Wir wissen, dass Feminizide kein individuelles „Beziehungsdrama“ sind, sondern Ausdruck eines Systems, das Frauen, queere und marginalisierte Menschen entwertet und kontrolliert. Jeder Feminizid ist politisch. Jeder Feminizid zeigt, dass patriarchale Gewalt weder „Einzelfall“ noch „unvorhersehbare Tragödie“ ist, sondern das Resultat eines alltäglichen Kontinuums von Abwertung, Kontrolle, Einschüchterung und Gewalt.
    Unser Kampf richtet sich gegen ein Patriarchat, das solche Taten erst möglich macht – gegen Strukturen, die Täter schützen und Betroffene alleine lassen.
    
Wir wissen: Unser Schutz liegt auch in unseren eigenen Händen. In unseren Solidaritätsnetzwerken, in unseren Communities, in unseren kollektiven Fähigkeiten, uns gegenseitig zu unterstützen, zu stärken und sicherer zu machen. Wir setzen auf gegenseitige Hilfe, auf Bildungsarbeit, auf praktische Solidarität und auf konsequente Benennung dieser Gewalt – immer und überall.
Lasst uns wütend bleiben. Lasst uns organisiert bleiben.

    In Gedenken an die Frau aus Tuttikon und alle unsere ermordeten Geschwister.
Wir werden euch nie vergessen – und wir werden nicht aufhören zu kämpfen.

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    Feminizid

    27. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

    Am 8. November 2025 wurde eine 51-jährige Frau in ihrer Wohnung im Stadtzentrum von Lausanne tot aufgefunden. Auch der Körper ihres Ehemanns wurde entdeckt. Sein Suizid wurde bestätigt.
Die Behörden äußern sich bisher weder zu den Umständen des Todes der Frau noch zu möglichen Gewaltvorgeschichten.
    Wir kennen dieses Szenario nur zu gut: Eine Frau wird tot aufgefunden, ein Mann begeht anschließend Suizid, und die Behörden schweigen. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle steht dies im Kontext von Femiziden. Wir werden dies so benennen, solange das Gegenteil nicht bewiesen ist.
    Auch die Tageszeitung 24 heures fragt nach der Möglichkeit eines Femizids und verweist auf gewisse Schwierigkeiten: im Wohnumfeld gehörte Streitigkeiten, gesundheitliche Probleme, schwierige Lebenssituationen. Wir bleiben jedoch kritisch gegenüber dieser Herangehensweise, die, indem sie zu verstehen versucht, „was schiefgelaufen ist“, den Blick von der eigentlichen Gewalt ablenken kann.
    In einer Gesellschaft, in der sich Femizide wiederholen, wissen wir: Krankheit, Stress oder finanzielle Schwierigkeiten sind keine Ursachen. Sie rechtfertigen weder Herrschaft noch Tod.
    In der Schweiz findet alle zwei Wochen ein Femizid statt. Sollte dieser Tod auf die lange Liste hinzukommen, wäre es der 27. Femizid, den unser Kollektiv in diesem Jahr dokumentiert hat.
    Wir schreiben mit Trauer, Wut und Erschöpfung.
Wir wiederholen: Femizide sind keine Einzeldramen, sondern die Folge eines patriarchalen Systems.
    Das Patriarchat tötet. Es muss fallen. Gemeinsam kämpfen wir.

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    Aktion Feminizid

    Kundgebung: Gerechtigkeit für Kelly

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    Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

    Am 27. August 2025 wurde in Rorschach (SG) eine Frau getötet.
    Zuerst tönte es nach einem Unfall: Taucher:innen hätten in der Nähe des Hafens von Rorschach unter Wasser eine tote Frau gefunden. Weil sie Unterwäsche, Schwimmflossen und eine Schwimmbrille trug, sah es danach aus, als sei sie beim Schwimmen gestorben. Jetzt wurde ihr Ehemann verhaftet.
    Sie wurde 42 Jahre alt und hatte nigerianische Wurzeln. Mehr wissen wir nicht über sie. Das ändert nichts daran, dass wir um sie trauern. Jede Person, die Opfer unserer patriarchalen Gesellschaft wird, löst von Neuem Trauer und Wut in uns aus. Jede Person, die durch einen Feminizid stirbt, ist eine zu viel.
    Wir sind erst Anfang Oktober und zählen schon mehr Feminizide als jemals zuvor, seit Feminizide in der Schweiz aufgezeichnet werden. Es gibt sicherlich mehrere Gründe dafür. Darunter:
    • Die Gewalt hat weltweit zugenommen. Der Faschismus ist auf dem Vormarsch. Viele Menschen in der Schweiz machen sich Sorgen um ihre Zukunft, auch wirtschaftlich. Patriarchale Verhaltensmuster führen dazu, dass viele Männer den Druck abbauen, indem sie Gewalt an sozial schlechter gestellten Menschen ausüben.
    • Feministische Kollektive und Organisationen berichten systematisch über Feminizide und haben darauf hingewiesen, dass Unfälle sich häufig als Feminizide herausstellen. Die traurige Frage bleibt offen: Wie viele Feminizide wurden in der Vergangenheit als Unfälle bezeichnet?
    Im Namen unserer verstorbenen Schwester aus Rorschach, im Namen all derer, die schon vor ihr aus dem Leben gerissen wurden und für alle, die ihnen nahestanden und um sie trauern: Es muss sich etwas ändern. Jetzt! Organisieren wir uns, werden wir aktiv. Gemeinsam können und werden wir das Patriarchat entwurzeln. Damit wir nie wieder um ein verstorbenes Geschwister trauern müssen.

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    Feminizid

    25. Feminizid in der Schweiz im Jahr 2025

    Am 16. September wurde eine Frau in Wettswil (ZH) getötet.

    Sie wurde 78 Jahre alt. Ihr 82-jähriger Lebenspartner entschied, sie aus dem Leben zu reissen, bevor er sich selbst umbrachte. Wir wissen nicht, wen sie hinterlässt und wer um sie trauert, aber wir drücken ihnen allen unser tiefes Mitgefühl aus.

    Das ist kein erweiterter Selbstmord oder ein Beziehungsdelikt. Unsere Schwester lebt nicht mehr, weil ein Mann es nicht ertragen konnte, dass sie weiterlebt und er nicht. So tief verwurzelt ist das Besitzdenken in der Schweizer Kultur.

    Wie viele Frauen und als Frauen gesehene Menschen müssen noch sterben, bevor wir etwas ändern? Besserer Schutz im Falle von Gewalt in der Beziehung ist von grösster Wichtigkeit und Dringlichkeit. Um Morde wie derjenige in Wettswil zu vermeiden, muss sich aber unsere Gesellschaft grundlegend ändern.

    Die patriarchale Gesellschaft beruht auf der Vorstellung, dass ein Mann seine Familie besitzt und über sie herrschen kann. In der Schweiz werden wir von klein an in diesem Glauben erzogen und sehen ihn irgendwann sogar als normal an.

    Damit die Feminizide endlich aufhören: Wir fordern ein radikales Umdenken. Schluss mit patriarchalen Rollenbildern! Her mit dem Leben, in dem alle gleich viel Wert sind, selbst über ihr Leben entscheiden können und kein Mensch mehr über andere herrscht!