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Kundgebung 18. Februar 2026 Recap

Am Mittwoch waren wir auf dem Ni-Una-Menos-Platz und setzten ein Zeichen gegen Feminizide. Wir errichteten unser Widerstandsdenkmal und sangen gemeinsam das Lied “Canción Sin Miedo” von Vivir Quintana.
In den Kommentaren findet ihr Auszüge aus unserer Rede, mit der wir unserer Wut und Trauer Ausdruck gegeben haben.

Wir sind wütend, dass wir im letzten Jahr 29 Feminizide zählen mussten. Wütend, dass wir in diesem Jahr bereits wieder 4 Feminizide zählen.

Am 24. Januar tötet in Carouge (GE) ein Mann eine 52-jährige Frau in ihrer Wohnung.
In Bellinzona wurde eine 41-jährige Frau von einem 61-jährigen Mann so schwer verletzt, dass sie noch vor der Ankunft der Ambulanz starb.

In Staufen im Kanton Aargau ermordete am 6. Februar ein Mann seine Frau in ihrer gemeinsamen Wohnung. Beide waren ungefähr 70 Jahre alt. Anstatt von einem Feminizid spricht die Polizei von “einem erweiterten Suizid” und verschweigt damit den patriarchalen Machtanspruch des Mannes, der mit dieser Tat über das Leben der Frau verfügte.

Eine Woche später, am 13. Februar lesen wir in der Zeitung, dass die Polizei die Leiche einer ermordeten Frau in Gnosca TI findet, zusammen mit der Leiche eines Mannes. Auch hier wiederholt sich das patriarchale Muster: Männer töten – sei es, um das selbstbestimmte Handeln von ihren Ex-Partnerinnen zu verhindern oder sei es, um dem vermeintlichen Gesichtsverlust gemäss ihrem traditionellen Männlichkeitsverständnis zu entgehen.

Wir sind wütend auf die Täter, die meinen, über unsere Leben bestimmen zu können.
Neben der Wut erfüllt uns eine tiefe Traurigkeit. Wir trauern um die Leben aller FLINTAs, die nicht mehr unter uns sind

Diese vier Feminizide sind keine isolierten Taten. Sie sind möglich in einer Gesellschaft, in der die Leben von FLINTA systematisch für weniger wertvoll behandelt werdet. Jeder Feminizid ist ein gesamtgesellschaftliches Versagen.

So ist bekannt, dass die Hälfte der Täter bereits vorher gewalttätig sind.
Ein Drittel zeigte ein ausgeprägtes “Kontroll- und Dominanzverhalten”. Doch die Verantwortlichen der Politik, der Justiz und der Polizei schauen weg, schützen die Täter. Dafür gibt es unzählige Beispiele.

So wissen wir von einer Frau, die in Zürich von ihrem Nachbarn mehrfach bedroht wurde. Zu ihrer Sicherheit musste sie schliesslich ausziehen – und nicht der Täter.

Es fehlt an finanziellen Mitteln, am Willen und an Strategien, damit sich Frauen wie sie schnell und sicher aus ihrer angstvollen, lebensbedrohlichen Situation befreien können. Der Schutz von FLINTA hat in unserem System keine Priorität. Der Staat hat andere Prioritäten: Gelder fliessen in die Aufrüstung. Anstatt Gewalt zu verhindern, wird sie vom Staat befeuert und aktiv ausgeübt.

Trotz der Wut und Trauer, die uns manchmal lähmt, werden wir nicht schweigen. Wir wissen, wir müssen uns selbst verteidigen, indem wir uns organisieren und weiter für eine Zukunft ohne Gewalt und Unterdrückung kämpfen.

Schliess dich uns an. Komm mit uns gegen das mörderische und kriegerische Patriarchat auf die Strasse, das überall auf der Welt für Zerstörung und Leid sorgt.
Heraus zum 8. März, dem feministischen Kampftag!

Keine weniger! Wir wollen uns lebend!