Die neuste Zusatzerhebung zu Tötungsdelikten von 2019-2023 (Bundesamt für Statistik) zeigt, was wir schon lange wissen:
93 % der Opfer vollendeter Tötungsdelikte in Paarbeziehungen waren Frauen. Die Täter? Überwiegend Männer. Und fast die Hälfte der Täter war bereits vorher gewalttätig. Ebenfalls wurde bei einem Drittel der Täter von einem „ausgeprägtem Kontroll- und Dominanzverhalten“ im Vorfeld des Feminizids berichtet.
Die, in der Erhebung sogenannten, „möglichen Auslöser“ der Taten sind verharmlosend und gefährlich: Statt patriarchale Besitzansprüche und Machtverhältnisse zu benennen, werden „Eifersucht“ oder „eskalierter Streit“ genannt. Als wären Feminizide emotionale Ausrutscher, nicht politisch und gesellschaftlich produzierte Gewalt.
Die Erhebung zeigt nicht nur patriarchale Gewalt, sondern auch die Blindheit und Ignoranz des Systems: Die Daten werden ausschliesslich im binären Geschlechtersystem erhoben. Menschen, die sich nicht im binären Geschlechtersystem zuordnen, bleiben unsichtbar.
Ein Angriff auf eine ist ein Angriff auf alle.
Wir wehren uns kollektiv. Wir lassen uns nicht spalten von einem System, das auf Vereinzelung und Kontrolle angewiesen ist. Denn wer isoliert ist, ist beherrschbar. Darum organisieren wir uns solidarisch und internationalistisch.
Wir kämpfen Seite an Seite, machen Feminizide sichtbar und nehmen uns die Strasse gegen patriarchale Gewalt.
