Wer sind wir?
Die Gruppe Ni Una Menos Zürich kämpft vielfältig gegen Feminizide. Wir mobilisieren, wir benennen, wir zählen und protestieren, um die Feminizide sichtbar zu machen und um ein kollektives Bewusstsein für patriarchale Gewalt im Alltag zu schaffen. Wir schliessen uns damit den internationalistischen und feministischen Protesten gegen patriarchale Gewalt an, die insbesondere in Abya Yala in den letzten Jahren wieder erstarkten und aus denen dezentrale Kollektive und die feministische Bewegung Ni una menos hervorgegangen sind.
Das Patriarchat tötet
Durchschnittlich wird in der Schweiz alle 2 Wochen eine Frau1 von ihren (Ex-)Partnern oder ihren Familienmitgliedern getötet. Jede Woche überlebt eine Frau einen Mordversuch. Diese alltäglichen Gewaltakte sind nur die Spitze des Eisbergs und in vielen Fällen das Ende einer langen Gewaltgeschichte. Feminizide werden allzu häufig als „Familiendramen“ oder „Beziehungsdelikte“ verharmlost und so als tragische Einzelfälle dargestellt. Dabei handelt es sich um strukturelle Gewalt, deren Ursache in den patriarchalen Machtverhältnissen liegt. Nach wie vor werden in unserer Gesellschaft FLINTA2 abgewertet, ausgebeutet und als weniger lebenswert erachtet. Mit jedem feminizidalen Mord setzen sich die bestehenden Machtverhältnisse durch.
Weltweit werden das Leben und die Gesundheit von FLINTA durch Flucht, Vertreibung, Krieg und Genozid, staatliche und familiäre Gewalt unter massive Bedrohung gestellt. Gewalt an Frauen, Mädchen und FLINTA ist tief in unserer Gesellschaft und ihren Institutionen verankert. Mit dem Wort Feminizid benennen wir, was die Statistiken, das Justizsystem oder die allermeisten Medienberichte verschweigen: Das Patriarchat tötet.
Ein Angriff auf eine*n ist ein Angriff auf alle!
Wir schweigen nicht, wir gehen auf die Strasse: für die, die nicht mehr mit uns sind und für ein freies und selbstbestimmtes Leben für alle. Nach jedem Feminizid in der Schweiz versammeln wir uns am darauffolgend dem Ni-una-menos-Platz (ehem. Helvetiaplatz) in Zürich (Updates Instagram). Gemeinsam protestieren wir gegen die sexistische und tödliche Gewalt.
- Unter Feminizid verstehen wir die Morde an Frauen und Mädchen aus frauenfeindlichen Motiven. Das betrifft auch feminisierte Menschen, also Menschen, die gesellschaftlich in die Kategorie Frau gezwungen werden, obwohl sie sich mit einem anderen Geschlecht identifizieren, etwa als nicht-binär oder trans. ↩︎
- FLINTA steht für Frauen, Lesben, inter, trans, nonbinäre und agender Personen. ↩︎
