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Weshalb wir Feminizide ins Zentrum unseres Kampfs stellen

Feminizide sind das tödliche Resultat einer frauen- und queerfeindlichen Gesellschaft, in der patriarchale Besitz- und Kontrollansprüche gegenüber feminisierten Personen tief verankert sind.

In den allermeisten Fällen finden Feminizide in der Schweiz im familiären-heterosexuellen Umfeld statt: Ex-Partner, Partner, Söhne, Väter, Schwiegerväter, Grossväter töten Ehefrauen, Partnerinnen, Töchter, Schwestern und Enkelinnen, weil sie das Gefühl haben, es steht ihnen zu, die Kontrolle über Frauen zu haben und über ihre Leben zu bestimmen.

Wie viele Frauen bleiben in einer gewaltvollen Beziehung, weil sie Angst haben, von ihren Partnern getötet zu werden?

Möglich sind Feminizide in einer Gesellschaft, in der die Leben von Frauen, Lesben, intergeschlechtlichen, nichtbinären, transgeschlechtlichen und agender Personen für weniger wert angesehen werden.

Die Morde an FLINTA-Personen lassen sich als die tödliche Spitze eines Eisberges patriarchaler Gewalt beschreiben: Bei einem Eisberg sehen wir einen grossen Teil nicht sogleich, da er sich unter der Wasseroberfläche befindet. Das gilt auch für die patriarchale Gewalt, die in unserer Gesellschaft tief verankert ist und unzählige Gesichter hat.

Zu diesem Eisberg gehören beispielsweise auch schlecht oder nicht bezahlte Care-Arbeit, Vergewaltigungen, Missbrauch, Übergriffe, Belästigungen, Stalking, psychische Gewalt, sexistische Witze, queerfeindliche Sprüche oder Mansplaining1.

Mit unserem Kampf wollen wir aufzeigen, dass die Ermordungen von FLINTA-Personen weder Privatsachen noch Einzelfälle sind. Ihnen liegt ein ganzes System zugrunde – ein System namens Patriarchat, das Hand in Hand mit Kapitalismus und Rassismus unterdrückt und tötet.

Uns als Ni Una Menos Zürich ist es wichtig, die lebensgefährliche Realität für FLINTA-Personen ins kollektive Bewusstsein zu bringen. Denn patriarchale Gewalt geht uns alle an. Unser feministischer Kampf ist vielfältig: Wir schreien laut, benennen und zählen Feminizide, wir organisieren Kundgebungen, Aktionen, Demonstrationen und Vorträge.

Kommt an unsere Kundgebung am 21. August!

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Wann: 19:00 Uhr

Wo: Ni Una Menos-Platz (ehem. Helvetiaplatz), Zürich

Mit Redebeiträgen vom Frauen- und Mädchenhaus Zürich.

  1. Mansplaining: kommt vom Englischen, übersetzt wäre es ‚Herrerklärung‘ – es tritt ein, wenn ein Mann automatisch davon ausgeht, dass er aufgrund seines Geschlechts mehr über ein Thema weiss als die weiblich gelesene Person gegenüber. ↩︎