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Kein*e ist frei bis wir alle frei sind

In unserem Kampf gegen Feminizide ist Sprache ein Werkzeug der Solidarität. Wir wollen nicht nur demonstrieren – wir wollen verstehen und benennen.

Diese Begriffe sind unser gemeinsames Vokabular: Sie erklären, was hinter Feminiziden steckt, warum Gewalt strukturell ist und wie wir widerständig werden können. Heute erklären wir die Parole: „Kein*e ist frei, bis wir alle frei sind.“

Mit unserer Parole beziehen wir uns auf das Zitat von Audre Lorde: «Ich bin nicht frei, solange eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sie ganz andere Ketten trägt als ich. Und ich bin nicht frei, solange auch nur eine einzige Person of Color in Ketten liegt.» Es erinnert uns daran, dass es keine wirkliche Freiheit für Einzelne gibt, solange andere Menschen weiterhin Gewalt und Diskriminierung erfahren. Auch dann nicht, wenn sich einige aufgrund ihrer Privilegien frei fühlen. Das Zitat weist darauf hin, dass wir, wenn wir Feminizide wirksam bekämpfen wollen, auch Kapitalismus, Rassismus, Imperialismus, Ableismus und weitere gewaltvolle Strukturen überwinden müssen und queerfeministische, antirassistische und antikapitalistische Kämpfe miteinander verbinden müssen.

Wir können erst aufhören zu kämpfen, wenn wir es geschafft haben, alle Formen von Unterdrückung abzuschaffen. Denn solange Menschen Gewalt erleben, diskriminiert oder ermordet werden, betrifft das uns alle.

Genau deshalb ist dieses Zitat unsere Hauptparole für die Demo gegen Feminizide: Wir kämpfen nicht nur für unsere eigene Freiheit, sondern für eine Welt, in der niemand aufgrund seines Genders, seiner Identität oder race Gewalt erfahren muss. Unsere Befreiung ist untrennbar miteinander verbunden.

Audre Lorde (1934-1992) war eine Schwarze, lesbische Dichterin, Feministin und Bürgerrechtsaktivistin.

Mit ihrem Denken prägt sie feministische, antirassistische und queere Bewegungen bis heute.