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Wer zahlt für die Sorgearbeit? Warum unser Feminismus antikapitalistisch ist

Kapitalismus bezeichnet eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der Produktionsmittel überwiegend in privatem Besitz sind und die Produktion auf Gewinn ausgerichtet ist. Menschen, die keine eigenen Produktionsmittel besitzen, müssen ihre Arbeitskraft verkaufen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Der erwirtschaftete Profit kommt dabei nicht allein denjenigen zugute, die ihn durch ihre Arbeit ermöglichen. Somit ist die Ausbeutung der Arbeiter*innen verbunden mit einer Spaltung der Gesellschaft in Kapitalisten und Besitzlose. Die feministische Theoretikerin Silvia Federici erweitert diese marxistische Kapitalismuskritik um die Frage nach der Reproduktionsarbeit.

Damit meint sie unter anderem Hausarbeit, Kindererziehung und Pflege.

Tätigkeiten, die Menschen versorgen und die Grundlage dafür schaffen, dass Lohnarbeit überhaupt möglich ist. Diese Arbeit wird häufig unbezahlt geleistet, gesellschaftlich abgewertet und vor allem FLINTA zugeschrieben. Für Federici ist die geschlechtliche Arbeitsteilung deshalb kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Bestandteil kapitalistischer Ausbeutung.

Kapitalismus und Patriarchat sind eng miteinander verwoben: Ökonomische Abhängigkeiten und die ungleiche Verteilung von Sorgearbeit können Handlungsspielräume einschränken und es erschweren, sich aus gewaltvollen Verhältnissen zu lösen.

Wenn wir Feminizide und patriarchale Gewalt bekämpfen wollen, müssen wir deshalb auch die gesellschaftlichen Strukturen hinter ihnen hinterfragen.

Unser antikapitalistischer Feminismus kämpft für eine Gesellschaft, in der Sorgearbeit anerkannt und gerecht verteilt wird und in der Menschen nicht durch finanzielle Abhängigkeiten und Ausbeutung an ihrer Selbstbestimmung gehindert werden. Unsere Befreiung bedeutet auch, die Verhältnisse zu verändern, die uns voneinander abhängig machen und gegeneinander ausspielen.