
Am 8. Juli 2026 wurde eine Frau in Buchackern bei Erlen (TG) getötet.
Am 8. Juli wurde eine getötete Frau an ihrem Wohnort von Einsatzkräften gefunden. Sie hiess Yulia, kam aus der Ukraine und wurde mit 40 Jahren aus dem Leben gerissen.
Wir sind in Gedanken bei den trauernden Angehörigen und Freund*innen von Yulia, wir senden euch viel Kraft in dieser schweren Zeit.
Aus den Medien ist zu entnehmen, dass im Herbst 2025 gegen den Täter ein Annäherungsverbot verfügt wurde wegen häuslicher Gewalt.
Dass es trotz bekannter Gewalt und behördlicher Massnahmen zu dieser Tötung kommen konnte, wirft erneut die Frage auf, weshalb gewaltbetroffene FINTAs nicht wirksam geschützt werden. Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sondern ein gesellschaftliches und strukturelles. Wenn Warnsignale bekannt sind und Schutzmassnahmen nicht ausreichen, um Leben von FINTAs zu schützen, ist das politisches Versagen.
Feminizide geschehen nicht plötzlich. Ihnen gehen häufig Drohungen, Kontrolle, Stalking oder körperliche Gewalt voraus.
Dass Frauen und genderqueere Menschen trotz bekannter Gefährdung immer wieder ermordet werden, zeigt: Auf staatliche Schutzmassnahmen können wir uns nicht verlassen.
Wir werden deshalb nicht nur weiterhin politische Verantwortung einfordern, sondern müssen auch unsere eigenen solidarischen Strukturen stärken. Es braucht Gemeinschaften, die hinschauen, Betroffenen glauben, Warnsignale ernst nehmen und sich gegenseitig unterstützen und schützen.
Der Kampf gegen patriarchale Gewalt ist eine gemeinsame Aufgabe. Während wir für wirksame Schutzmassnahmen und politische Veränderungen kämpfen, bauen wir zugleich auf gegenseitige Solidarität und kollektive Fürsorge, denn unser Schutz darf nicht davon abhängen, ob staatliche Institutionen rechtzeitig handeln.
Wir nennen Yulias Namen, weil sie mehr ist als eine Zahl in der Statistik. Sie hatte ein Leben, Beziehungen, Hoffnungen und eine Zukunft, die ihr genommen wurde.
Wir trauern um Yulia. Wir vergessen sie nicht.
